Grenzland-Sorgen um die EU-Erweiterung

Gabmann: Steuerliche Erleichterung, Infrastruktur verbessern!

St.Pölten (NLK) - Einen Schulterschluß zwischen Wirtschaft und Politik und eine Neustrukturierung der Unternehmen in Richtung Qualität im Hinblick auf die EU-Erweiterung forderte heute vormittag Landesrat Ernest Gabmann beim Symposion "Grenzland - EU-Erweiterung -Chancen und Risken", zu dem der NÖ Wirtschaftsbund in den Althof Retz geladen hatte. Förderungen der Wirtschaft seien wichtig, aber erst in zweiter Linie; noch wichtiger sei der Ausbau der Infrastruktur. Unverzichtbare Maßnahmen seien der Bau der Nordautobahn und einer besseren Anbindung des Waldviertels an den oberösterreichischen Raum, um die Standortqualität Niederösterreichs zu heben. Weiters stellte Gabmann eine steuerliche Erleichterung für die Grenzregion als geeignete Maßnahme dar, um einen Ausgleich zu den Zentralregionen zu schaffen.

Im Mittelpunkt des Symposions stand ein Referat der EU-Abgeordneten Ursula Stenzel, die sich insbesondere mit den Aspekten der EU-Erweiterung befaßte. Sie hob den Willen der EU hervor, beitragswilligen Kandidaten zu helfen. Bis Sommer 1999 sollen diese Länder in den Bereichen Umwelt, Landwirtschaft, Soziales und Arbeitsrecht aufgeholt haben. Dies gelinge nicht in allen Bereichen gleich rasch; in einzelnen Gebieten könnte die EU die Verhandlungen schon sehr bald aufnehmen. Sie relativierte auch die Angst vor ins Land drängenden Arbeitskräften: Am Beispiel der Länder Spanien und Portugal habe sich gezeigt, daß diese sehr lange Übergangsfristen gar nicht gebraucht hätten. Die Aufnahme in die EU habe nämlich die Normalisierung beschleunigt, die Länder hätten schnell aufgeholt. Der Arbeitsmarkt habe sich in der Weise geregelt, daß viele Gastarbeiter in ihre Heimat zurückkehrten. Die Grenzregionen seien zu fördern, allerdings müßten Gemeinde- und Regionalpolitiker die Ansiedlung neuer Betriebe mit Maß betreiben.

Eine positive Haltung zur Osterweiterung nimmt auch die Österreichische Wirtschaftskammer ein. Präsident Ing. Leopold Maderthaner forderte eine intensive Vorbereitung sowie Übergangsfristen, da das Gleichgewicht diesseits und jenseits der Grenzen im Hinblick auf das Lohnniveau noch nicht erreicht sei.

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
Tel.: 02742/200/2174

Niederösterreichische Landesregierung

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLK/NLK