Aufgeschoben - Aufgehoben? Diskussion um den Fiakerführerschein und Leumundszeugnis Tierhilfswerk Austria fordert Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Pferde!

Wien (OTS) - Der Fiaker-Führerschein wurde am 1. Jänner 1998 verpflichtend für alle Kutscher von der Gemeinde Wien eingeführt. Alle Fahrer der traditionellen "Zeugeln" müssen ihn ab ersten Oktober vorweisen können. Doch das Magistrat Wien versucht einen erneuten Aufschub. Aus Mangel am Zustandekommen der Prüfungskommission wurde bereits im Frühjahr die Verordnung kurzfristig im Landtag verschoben. Jetzt sind die fehlenden Leumundszeugnisse einiger Kutscher der Grund für ein Hinauszögern der Pflichten.

D.I. Renate Mayer, Referat Nutztiere, Tierhilfswerk Austria: "Der Fiaker-Krieg rund um den Führerschein und Leumundszeugnis wird wieder auf dem Rücken der Pferde ausgetragen.

Während für die Touristen im Preis von 500 ATS für eine 20-minütigeFahrt quer durch die Wiener Innenstadt ein Fremdenführer inkludiert ist, wird für bessere Arbeitsbedingungen der Pferde sehr wenig getan. Die Fiakerpferde werden von manchen Unternehmern teilweise von 6 Uhr in der Früh bis 22 Uhr auf die Straßen geschickt, um der Konkurrenz davonzufahren. Streitereien um die "günstigen Standplätze sind gang und gäbe.

Renate Mayer: "Die Pferde stehen permanent unter Streß, sei es durch rücksichtslose Autofahrer, Lärm oder öffentliche Verkehrsmittel. Der Hunger spät am Abend treibt die übermüdeten Pferde nach Hause. Unfälle mitden Kutschen sind durch diese Zustände vorprogrammiert."

Laufend werden von Passanten und Touristen Mißstände gemeldet, die den stumpfen, traurigen Anblick so mancher Pferde nicht ertragen können und auch im Büro des Bürgermeisters häufen sich die Beschwerdebriefe.

Forderungen des THWA für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen:

· Konsequente, unangemeldete Kontrollen der Amtstierärzte an Standplätzen und in den Stallungen

· Limitierung der Arbeitszeit für die Pferde

· Kennnzeichnung durch Microchip für eine lückenlose Kontrolle aller Tiere Bedarfsprüfung, bevor neue Unternehmer zugelassen werden

Renate Mayer: "Wesentlich ist die tierfreundliche Behandlung und Versorgung der Pferde, um sie vor Schäden zu bewahren."

Nähere Informationen: D.I. Renate Mayer, Tierhilfswerk Austria, Tel.:02243-22 964-14 oder 0664-1843005

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