Jetzt Lehrlinge ausbilden

Vorlehre ist integraler Bestandteil des Lehrlingspakets

Wien (PWK) - "Ich appelliere an alle österreichischen Betriebe:
Jetzt Lehrlinge ausbilden. Alle Unternehmen, die dazu in der Lage sind, sollten neue Lehrlinge aufnehmen und so der Jugend die Chance für eine qualifizierte Berufsausbildung und ihren Betrieben die Basis für ein hochqualifiziertes Fachkräftepotential geben", erklärte WKÖ-Präsident Leo Maderthaner. ****

Immerhin sei viel erreicht worden: Die Lehrlingsausbildung sei, verglichen mit der Situation vor einigen Jahren, attraktiver, und moderner geworden. So kostet die Lehrlingsausbildung dem Betrieb jetzt weniger: Dienstgeber-Beiträge zur Krankenversicherung für Lehrlinge entfallen vom ersten bis zum dritten Lehrjahr. Für Lehrlinge im ersten Lehrjahr gibt es einen Steuerfreibetrag von 20.000,- Schilling. Auch die Beiträge zur Unfallversicherung entfallen.

Maderthaner: "Ein Betrieb, der seine Lehrlingsausbildung gut organisiert, seine Lehrlinge auch im Arbeitsprozeß gezielt ausbildungsgerecht einsetzt, kann damit rechnen, daß sich die Lehrlingsausbildung rechnet. Dies umso mehr, wenn der Betrieb die weiteren Vorteile der Ausbildung nützt, wie die geringeren Personalauswahlkosten und die geringe Gefahr von Fehlbesetzungen bei der Übernahme ausgelernter Lehrlinge."

Alte Forderungen der Wirtschaft seien inzwischen erfreulicherweise erfüllt. Seit dem Sommer 1997 gibt es fast 50 neue beziehungsweise modernisierte Lehrberufe. Neue Berufe bieten neue Chancen. Auch die Jugendschutzbestimmungen, früher vielfach Ausbildungshemmnisse, wurden besser an die Erfordernisse der modernen Wirtschaft angepaßt.

Maderthaner appellierte auch an die Arbeitnehmervertreter an der Umsetzung des Lehrlingspakets II mitzuwirken, das die Vorlehre und das sogenannte Auffangnetz für alle Fälle gebracht hat. Wir hoffen, daß dieses Auffangnetz nicht oder nur ausnahmsweise zum Tragen kommt. Die Vorlehre ist für uns ein integraler Bestandteil des Lehrlingspakets. Über die Vorlehre werden leistungsschwächere Jugendliche qualifiziert und haben so die Chance, später in ein Lehrverhältnis einzutreten. Deshalb müsse die Vorlehre rasch und unbürokratisch ermöglicht werden, forderte Maderthaner.

WKÖ-Präsident Maderthaner verwies auch auf die Berufsreifeprüfung, die Top-Lehrlingen neue Berufschancen einschließlich einer Studienberechtigung vermittelt. "Die Lehre ist damit nicht nur keine bildungspolitische 'Sackgasse' mehr, sondern im Gegenteil eine der aussichtsreichsten Qualifizierungen in Österreich: Sie bietet praxisnahe Berufsbefähigung durch Lernen im Betrieb, theoretisches Basiswissen durch die Berufsschule und höhere allgemeine und berufliche Bildung durch die Berufsreifeprüfung", sagte Maderthaner abschließend.
(Schluß) HV

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