AK: Telefonzellen müssen flächendeckend erhalten bleiben

Verkehrsminister soll im öffentlichen Interesse flächendeckende Versorgung sicherstellen

Wien (OTS) - Die Ankündigung der PTA, in den nächsten Jahren tausende Telefonzellen abbauen zu wollen, gibt den AK-Konsumentenschützern Anlaß zur Sorge. Eine flächendeckende Versorgung mit Fernsprechern muß auch unter verschärften Wettbewerbsbedingungen gewährleistet sein, fordert die AK. Telefonzellen erfüllen auch im Zeitalter des Handies - nicht zuletzt als Notrufstellen - eine wichtige Funktion. Mit der wachsenden Mobilität der Gesellschaft steigt auch der Bedarf an Telekommunikationsmöglichkeiten an öffentlichen Plätzen. Für Einkommensschwache stellt die Telefonzelle nicht selten den
einzigen Zugang zum immer wichtiger werdenden Telefonnetz dar. Die AK erwartet daher vom Verkehrsminister die Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung.****

Einerseits zwingt der Wettbewerb die Betreiber, unrentable Dienstangebote aufzugeben. Andererseits enthält das Telekommunikationsgesetz die Garantie, daß eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Telefonzellen aufrechterhalten bleiben muß. Damit es nicht zu Wettbewerbsnachteilen einer Telefongesellschaft kommt, schlägt die AK vor, die Kosten defizitärer Standorte unter allen Telefongesellschaften über einen einzurichtenden Fonds aufzuteilen. Den genauen Umfang dieses sogenannten Universaldienstes hat der Verkehrsminister per Verordnung festzulegen. Bisher ist aber weder die Universaldienstverordnung erlassen, noch ein Universaldienstfonds eingerichtet worden. Die AK fordert rasch einen klaren
gesetzlichen Handlungsrahmen, bevor die PTA mit dem Abriß
einzelner Telefonzellen beginnt.

Die Konsumentenschützer bedauern auch, daß der Universaldienst nur Standorte umfassen soll, die rund um die Uhr allgemein zugänglich sind. Telefonieren in Flughäfen, U-Bahnen und Bahnhöfen, Schulen und Shoppingcenter kann daher in Zukunft empfindlich teurer
werden, fürchtet die AK. Denn bei Wegfall des öffentlichen Versorgungsauftrages an diesen hochfrequentierten Orten könnten
die Liegenschaftseigentümer wesentlich höhere Mieten von der PTA fordern bzw eigene Fernsprecher zu erhöhten Gebühren aufstellen.

Die AK-Konsumentenschützer verlangen außerdem von der Fernmeldebehörde eine Bedarfsanalyse, die nicht nur auf den Umsatzdaten der PTA aufbaut. Nach Ansicht der AK läßt sich der tatsächliche Bedarf nämlich nicht allein anhand von Umsätzen und der Nutzungsfrequenz der einzelnen Telefonzelle erheben. An einer hohen Standortdichte besteht ganz allgemein ein öffentliches Interesse, weil insbesondere in Notsituationen der rasche Zugang
zu einem öffentlichen Fernsprecher entscheidend sein kann.

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