Hausherren zahlen Steuern wie andere auch

Steller: "AK soll sich lieber darum kümmern, die Gebühren für Trinkwasser, Abwasser und Müllentsorgung zu senken"

Wien (Pwk) - "Weil sich die AK bei der jüngsten Novelle des Mietrechts aus verständlichen Gründen nicht durchsetzen konnte, diffamierte sie wieder einmal die Steuerpauschale von 40% für Erhaltungsarbeiten als Hausherrensteuer", kritisiert Gerhard Steller, Bundesinnungsmeister der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, die heute geäußerten Unterstellungen der AK, die Vermieter hätten sich nach dem Steuerpaket 1996 ein ungerechtfertigtes Privileg herausgeholt. ****

Tatsache ist, daß Vermieter bis 1996 jene Einnahmen aus Vermietung erst nach 10 Jahren zu versteuern hatten, die als Rücklage für Erhaltungs- und Verbesserungsarbeiten vorgesehen waren. Seit dem Belastungspaket der Regierung müssen die Vermieter ihre Einnahmen jedoch sofort mit bis zu 50% versteuern. Um zu verhindern, daß Hauseigentümer dann zu 100% für Sanierungsarbeiten haften müssen, hat der Gesetzgeber entschieden, im Falle von Sanierungen einen Durchschnittsteuersatz von 40% zu

berücksichtigen, um wenigstens annähernd eine
sonst einzigartige Doppelbelastung für eine bestimmte Gruppe von Steuerpflichtigen zu vermeiden.

"Wenn die AK wirklich etwas tun will, um Wohnungen billiger zu machen, dann soll sie endlich dafür sorgen, daß die öffentliche Hand der Wohnbevölkerung nicht immer tiefer in die Tasche greift" verlangt Steller. Laut einer Studie der Forschungsgesellschaft für Wohnen, Bauen und Planen haben sich alleine die Gebühren für Trinkwasser, Abwasser und Müllentsorgung zwischen 1988 und 1995 durchschnittlich um 2.350 Schilling erhöht. Das entspricht einer Steigerung von 66%. Alle Anstrengungen der Konsumenten, weniger Müll zu produzieren und mit dem Wasser sparsamer umzugehen, konnten diese Kostensteigerung nicht aufhalten. Und die Preise haben sich in den letzten zwei Jahren weiter nach oben geschraubt. Die Bundesinnung der Immobilien- und Vermögenstreuhänder fordert daher die Kommunen schon seit längerem auf, endlich nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten zu haushalten, anstatt ihre Budgets auf Kosten der Wohnbevölkerung zu sanieren. "Dies sollte auch die AK tun, wenn sie es tatsächlich ernst meint und Wohnen billiger machen will" schloß Steller.
(Schluß) MH

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