Österreichs Innovationssystem im internationalen Vergleich

Innovationsumfrage des WIFO bei WIFI-Tagung "MUT" präsentiert "Innovationsverhalten deutlich besser als erwartet"

Wien (Pwk) - Nach einem erfolgreichen wirtschaftlichen
Aufholprozeß liegt Österreich heute hinsichtlich Pro-Kopf-Einkommen und Produktivität im Spitzenfeld der Industrieländer. Als hochentwickeltes Hochlohnland sieht sich Österreich jedoch unter den Rahmenbedingungen einer sich globalisierenden Wirtschaft neuen Herausforderungen gegenüber. Österreich wird sich eine Position im Spitzenfeld nur sichern können, wenn es gelingt, durch den Einsatz neuer Technologien ein hohes Produktivitätsniveau zu realisieren und die Vorteile einer Spezialisierung auf humankapitalintensive und technologisch anspruchsvolle Produkte zu nutzen, erklärte WIFO-Experte Hannes Leo Donnerstag als Referent der WIFI-Tagung "Ideen zum Erfolg" (siehe unsere heutige PWK-Aussendung WIFI-Initiative "MUT":
Antwort auf Globalisierung). ****

Die auf lange Sicht wichtigste Triebkraft des Wirtschaftswachstums ist nach den Erkenntnissen der Wirtschaftsforschung der technische Wandel. Private und öffentliche Investitionen in Forschung und Entwicklung spielen dabei eine zentrale Rolle. In diesem Zusammenhang sind nach Angaben Leos folgende Fakten zu erwähnen:

Österreichs Forschungsquote stagniert seit Anfang der neunziger Jahre bei rund 1,5 Prozent. Erst bei einer Anhebung der Forschungsaufwendungen auf über zwei Prozent des BIP würde Österreich in die Ländergruppe mit einer (gemessen am Median) überdurchschnittlichen Forschungsquote eintreten.

Der Anteil des Unternehmenssektors an der gesamtwirtschaftlichen Forschung und Entwicklung ist relativ gering. Unternehmen tragen in den Industrieländern den größten Teil der Forschungs- und Entwicklungsleistungen bei. Österreich rangiert mit einem Unternehmensanteil von 56 Prozent (1993) im unteren Drittel der OECD-Länder.

1995 betrug der öffentliche Finanzierungsanteil der gesamtwirtschaftlichen Forschungs- und Entwicklungsausgaben in Österreich 49,1 Prozent. Dies ist der höchste Anteil unter den hochentwickelten europäischen OECD-Ländern.

Die Hochschulforschung absorbiert in Österreich einen international unübertroffen hohen Anteil der öffentlichen Forschungs- und Entwicklungsausgaben und ist fast ausschließlich öffentlich finanziert.

Die Vernetzung der Komponenten des Innovationssystems (Unternehmen - Universitäten - außeruniversitäre Forschungseinrichtungen) ist in Österreich generell schwach. Aus der Perspektive der Forschung über "Innovationssysteme" sind jedoch gerade Intensität und Qualität des Zusammenwirkens zwischen den Elementen dieses Systems ein zentraler Ansatzpunkt der Technologiepolitik. Diese Erhebung wurde in gleicher Form in allen anderen EU-Ländern durchgeführt, sodaß in Zukunft das Innovationsverhalten der Unternehmen miteinander verglichen werden kann, kündigte Leo an.

Erste Auswertungen zeigen deutlich gestiegene Innovationsaufwendungen der österreichischen Industrieunternehmen zur Erschließung neuer Märkte, zur Erhöhung der Marktanteile, zur Verbesserung der Produktqualität sowie Reduktion der Arbeitskosten. Weniger wichtige Innovationsziele sind die Reduktion des Umwelt- und Energieverbrauchs. Die Innovationsziele werden über Produkt- und Prozeßinnovationen angestrebt. Nur rund 25-30 Prozent der Unternehmen haben zwischen 1994 und 1996 keine derartigen Innovationen eingeleitet.

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