Trockenes Österreich WWF warnt: Österreichs Flüsse durch Alt-Kraftwerke stark geschädigt.

Wien (OTS) - , Fluß kommt von Fließen. Doch genau das konnten viele österreichische Gewässer im vergangenen Sommer nicht tun:
Veraltete Kraftwerke, die das Wasser ausleiten, lassen die Flüsse teilweise völlig austrocknen. "Eine ökologische Katastrophe", erklärt DI Ulrich Eichelmann vom WWF Österreich (World Wide Fund For Nature), Leiter der Initiative Lebende Flüsse. Abhilfe schafft Paragraph 21a des Wasserrechtsgesetzes: Er ermöglicht den Behörden, einen ökologischen Umbau der alten Kraftwerke zu verordnen. Doch nur ein Verfahren wurde bisher in ganz Österreich abgeschlossen. "Die ökologischen Standards der 40er und 50er Jahre haben im nächsten Jahrtausend nichts verloren. Wir fordern den Umbau aller veraltenen Kraftwerke bis zum Jahr 2000, damit unsere Flüsse wieder Wasser zum Leben haben."

Dagegen soll der §21a des Wasserrechtsgesetzes Abhilfe schaffen:
Er ermöglicht der Behörde, den Umbau von veralteten Kraftwerken zu verordnen. Doch bisher wurde kein einziges Verfahren erfolgreich abgeschlossen. "Ein Skandal! Hier sind die Landeshauptleute gefordert, daß dieses Gesetz mit Nachdruck vollzogen wird!" fordert DI Ulrich Eichelmann zum Handeln auf. "Bis zum Jahr 2000 müssen alle veralteten Kraftwerke umgebaut sein. Es darf nicht sein, daß Kraftwerke ganze Flüsse trockenlegen und die gesetzlichen Möglichkeiten, das zu verhindern, nicht ausgeschöpft werden!"

Der Anlaß: Beispiel Alfenz in Vorarlberg - aber "Trockenheit" auch in anderen Bundesländern

Anläßlich der heutigen Begehung der Alfenz in Vorarlberg, die durch engergiewirtschaftliche Nutzung streckenweise sogar völlig trockengelegt wird, zeigt sich die verheerende Situation an den Alt-Kraftwerken Österreichs auf.

Auch in den anderen Bundesländern liegen viele Bäche und Flüsse zeitweise trocken. Hier einige Beispiele: Oberösterreich: Die Krems liegt auf den letzten 4 Kilometern vor der Mündung in die Traun an über 200 Tagen im Jahr trocken. Tirol: Die Sill ist auf über 20 km praktisch ohne Restwasser. Verantwortlich: Die TIWAG und die Innsbrucker Stadtwerke. Kärnten: Die Gail führt hinter dem KELAG-Kraftwerk "Schütt" die meiste Zeit des Jahres kaum Wasser und ist auf 4km verödet. Niederösterreich: Die Traisen ist auf den letzten 35 km an mehr als 100 Tagen im Jahr ausgetrocknet.

Flüsse ohne Wasser - eine ökologische Katastrophe Ein Fluß ohne Wasser ist kein Fluß - und die Auswirkungen sind katastrophal: Tiere und Pflanzen verlieren ihren Lebensraum. Besonders gefährdet:
Eisvogel, Wasseramsel, Bachforellen, Äschen, Koppen Viele Tierarten können nicht mehr flußauf oder - ab wandern Ganze Täler trocknen aus, die Erholungs- und Erlebnisqualität der Flüsse geht verloren Absenkung des Grundwasserspiegels

WWF fordert Kraftwerksumbau und Schutz für letzte naturnahe Strecken "Die ökologischen Standards der 40er und 50er Jahre haben im nächsten Jahrtausend nichts verloren. Deshalb muß §21a eingesetzt werden und bis Ende 2000 alle veralteten Kraftwerke so umgebaut werden, daß unsere Flüsse wieder genug Wasser zum Leben haben!" fordert DI Ulrich Eichelmann.

Die Forderungen des WWF im einzelnen: Sofortige Aufnahme der § 21a Verfahren bei sämtlichen durch Ausleitung betroffenen Gewässerstrecken bzw. Forcierung der laufenden Verfahren Keine weitere Kraftwerke an natürlichen und naturnahen Fließgewässern Europaschutzgebiete "Natura 2000" für die drei Vorarlberger Flußjuwele Lech, Alfenz und Bregenzer Ache

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