Bartenstein: Wasserreichtum eines Landes ist nicht selbstverständlich

Neue CD-ROM "Hydropolis" koppelt Wasser-Information mit Interaktivität und Elementen des Rollenspiels

Wien (OTS) - "Wasser ist die Lebensgrundlage Nr. 1. Umso
wichtiger ist es, der Bevölkerung und vor allem den Jugendlichen seinen Wert möglichst eindringlich bewußt zu machen. Kaum ein Land der Erde ist mit Wasser in so überreichlicher Menge und in so
guter Qualität gesegnet wie Österreich." Das erklärte Umweltminister Dr. Martin Bartenstein heute, Mittwoch, bei der Präsentation der CD-ROM "Hydropolis", einem interaktiven, spielähnlichen Simulationsmodell für Jugendliche, das im Unterricht eingesetzt werden soll.

"Hydropolis" soll zum Bewußtsein für den sorgsamen Umgang mit Wasser beitragen, indem die Mitspieler in verschiedene Rollen von Wassernützern und Wasserschützern schlüpfen. Das Modell nützt die Interaktivität und die Möglichkeit des Rollenspiels aus, um das spielerische Element mit solider Information und
Bewußtseinsbildung zu kombinieren. Eine derartige "interaktive" Auseinandersetzung mit einem Thema machen erst der Siegeszug der "Neuen Medien" und ihre breite Anwendung möglich, hob Bartenstein hervor.

Das Besondere an dieser CD-ROM: Sie vermeidet den erhobenen Zeigefinger, indem die Schüler durch Rollensimulation die Standpunkte und Interessen verschiedener Personen kennenlernen.
Die herkömmlichen Gegensätze zwischen "Nützern" und "Schützern" schwinden, weil das Spiel gleichermaßen Verständnis für ökologische und ökonomische Zusammenhänge wie für unterschiedliche Standpunkte weckt. Die alte Polarisation zwischen "böser Wirtschaft" und "guten Umweltschützern" weicht der Methode, Ansprüche und Interessen abzuwägen und darauf aufbauend umweltverträgliche, nachhaltige Entscheidungen zu treffen. "In der Konfliktlösung spielen Dialogfähigkeit und Demokratie eine immer größere Rolle. Insofern spiegelt die CD-ROM auch die Entwicklung wider, die die Umweltpolitik in den letzten Jahren vollzogen hat", fügte der Minister hinzu.

Auch in der Umweltbildung habe sich der Schwerpunkt weg von der reinen Protesthaltung früherer Jahre hin zur Vermittlung nachhaltiger Lebensstile verlagert. An die Lehrer appelliert Bartenstein daher, das Medium gezielt einzusetzen. Es sei eine attraktive und vielversprechende Hilfe im Unterricht, Wissen und Bewußtsein zu vermitteln.

Das Wasser als "Gold des 21. Jahrhunderts" zu bezeichnen, sei nicht vermessen, meinte Bartenstein. Österreich habe viele und erfolgreiche Anstrengungen unternommen, die Qualität von Seen und Flüssen zu verbessern. Heute weisen 72 Prozent der in der Gewässergütekarte aufscheinenden Fließgewässer zumindest Güteklasse II auf. Bei der Entstehung der österreichischen Nationalparke habe Wasser praktisch immer eine entscheidende Rolle gespielt. Neun heimische Feuchtgebiete internationaler Bedeutung sind durch das Ramsar-Abkommen geschützt.

Um den Flüssen jenen Freiraum zu Verfügung zu stellen, den sie zu ihrer Entfaltung benötigen, hat das Umweltministerium gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium und dem WWF die Kampagne
"Lebende Flüsse" startet. In ihrem Rahmen sollen naturnah
erhaltene Flußstrecken vor ökologischen Verschlechterungen bewahrt und weitere intakte Fluß-Lebensräume durch Revitalisierung geschaffen werden.

In die Wasserversorgung wurden österreichweit seit 1959 rund 80 Milliarden Schilling investiert, für die kommunale und
betriebliche Abwasserreinigung rund 330 Milliarden Schilling. Finanziert wurden die Projekte großteils über den Umwelt- und Wasserwirtschaftsfonds bzw. seit 1993 im Rahmen der
Umweltförderung des Bundes. 1998 steht für Fördermaßnahmen zur Wasser-versorgung und Abwasserentsorgung wieder eine zusätzliche Milliarde Schilling zur Verfügung, insgesamt somit 4,9 Milliarden Schilling.

Etwa 1,7 Milliarden Menschen, mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung, haben nach Schätzungen des UN-Umweltprogramms UNEP keinen Zugang zu einwandfreiem Wasser. Täglich sterben etwa 25.000 Menschen an Krankheiten, die durch verschmutztes Wasser verursacht werden. In insgesamt einem Viertel der Erde - vor allem in Afrika, Asien und der Pazifik-Region - herrscht nach UN-Prognosen spätestens zu Beginn des nächsten Jahrhunderts chronischer Wassermangel. Davon werden im Jahre 2025 zwei von drei Menschen betroffen sein, heute ist es jeder dritte. Die Wassernachfrage verdoppelt sich etwa alle 20 Jahre.

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