Maderthaner fordert Entlastung der Betriebe von der Statistik

"Bedauerliche Vorreiterrolle in Europa, was den Umfang und die Unverständlichkeit statistischer Fragen betrifft"

Wien (Pwk) - Eine massive Entlastung der kleinen und mittleren Unternehmen vom "Würgegriff" der Statistik sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene verlangte heute WKÖ-Präsident Leo Maderthaner beim Europäischen Forum "KMU in der Wachstumsphase -Schlüsselfaktoren zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit" in Baden. "Bedauerlicherweise hat Österreich eine Vorreiterrolle in Europa übernommen, was den Umfang und die Unverständlichkeit statistischer Fragen betrifft, mit denen unsere Betriebe täglich bombardiert werden. Wo in anderen Ländern eine Seite genügt, müssen österreichische Unternehmer fünf bis sechs Seiten ausfüllen. Das muß auf ein verträgliches Maß reduziert werden". ****

Sorgen bereitet Maderthaner auch, daß bisher zwar viel über notwendige Entlastungen der Betriebe geredet, aber kaum etwas getan wurde. "Im Gegenteil: die Lohnkosten steigen immer rascher und die Ausbildung von qualifiziertem Personal wird den Betrieben immer schwieriger gemacht". Der WKÖ-Präsident dankte daher Wirtschaftsminister Farnleitner für die Initiative zum Europäschen Forum für KMU, bei dem die Probleme und Anliegen der kleinen und mittleren Betriebe von den europäischen KMU-Ministern, Vertretern der Spitzenverbände und der EU-Kommission gemeinsam und umfassend behandelt wurden.

Maderthaner wies in der Abschluß-Diskussion darauf hin, daß gerade die Gewerbe- und Handwerksbetriebe "Arbeitsplatzsicherer par excellence" sind. Damit sie dieser Rolle auch in Zukunft gerecht werden können, müssen Berufsausbildung und Qualifikation sowohl der Mitarbeiter als auch der Unternehmer stärker als bisher forciert werden. "Es geht darum, die Rahmenbedingungen in Österreich zu verbessern, Qualitätskriterien europaweit auszutauschen und anzugleichen". Gerade die Meisterprüfung werde auch in Zukunft dafür sorgen, daß die hohe Qualität und damit die Qualifikation der ausbildenden Betriebe für eine fundierte Lehrlingsaubildung erhalten bleibt.

Für Dieter Philip, Präsident des Zentralverbandes des deutschen Handwerks, ist die Qualität der Aus- und Weiterbildung eine Schlüsselfrage für die Entwicklung einer Volkswirtschaft. Die Meisterprüfung spielt als Leistungsanreiz, Hürde und Belohnung dabei eine entscheidende Rolle. "Das ist ein Abschluß, den man nicht ersitzen kann, sondern den man sich durch Leistung erkämpfen muß. Nur mit der Meisterprüfung haben Jugendlichn eine faire Chance auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft".
(Schluß) MH

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