Am 23. und 30. September, jeweils 21.45 Uhr: "Musica" über Bertolt Brecht und die Salzburger Festspiele

Potsdam/Babelsberg (ots) - 1998, zu seinem 100. Geburtstag, wurde bei den Salzburger Festspielen zum ersten Mal ein Stück von Bertolt Brecht aufgeführt: Peter Zadek inszenierte "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" (Musik: Kurt Weill) neu. Brechts Verbindung zu den Festspielen ist weniger bekannte: Nach seiner Rückkehr aus dem Exil sollte er zum Direktionsmitglied und "Hausdichter" der Salzburger Festspiele gemacht werden. Morgen und am kommenden Mittwoch ist auf ARTE mehr über den "Österreicher" Bertolt Brecht zu erfahren. Zum Auftakt schildert eine ORB-Dokumentation am 23. September, wie es zu Brechts Engagement in und für Salzburg kam und woran es letztlich scheiterte. Am 30. September ist dann die aufwendige "Mahagonny"-Neuinszenierung zu sehen, die unter musikalischer Leitung des Star-Dirigenten Dennis Russel Davies Ende Juli in Salzburg Premiere hatte. Die Fernsehaufzeichnung entstand als Koproduktion von ORF und ORB.

Mi, 23. September 1998, 21.45 Uhr:
Brecht in Salzburg
... öfter als die Schuhe die Länder wechselnd
Dokumentation von Norbert Beilharz

Was wäre aus Brecht geworden, wenn er die Nachfolge von Max Reinhardt in Salzburg angetreten hätte? Eingesetzt hatte sich dafür u. a. der junge Komponist Gottfried von Einem. Der gerade aus den USA zurückgekehrte Brecht sollte Direktionsmitglied und "Hausdichter" der Salzburger Festspiele werden. Dafür erwartete man von ihm, einen "Salzburger Totentanz" in der Nachfolge zu von Hofmannsthals "Jedermann" zu schreiben. 1950 erhielt Brecht einen österreichischen Paß. Ein Jahr später setzte in der konservativen österreichischen Presse eine breite Kampagne gegen den vermeintlichen "kommunistischen Agenten" ein. Das Festspiel-Direktorium brach auseinander, von Einem mußte zurücktreten, selbst die Regierung kam ins Wanken. Brecht zog es schließlich vor, die Leitung des "Berliner Ensembles" zu übernehmen - Mit seiner Dokumentation schildert Norbert Beilharz eine spannende, weitgehend unbekannte Episode aus dem Leben des Dichters.

Mittwoch, 30. September 1998, 21.45 Uhr:
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Oper in drei Akten
Text: Bertolt Brecht
Musik: Kurt Weill
Regie: Peter Zadek
Musikalische Leitung: Dennis Russel Davies

Das imaginäre Mahagonny ist ein Ort des Konsums und des Vergnügens und zugleich Hintergrund für die Geschichte des Holzfällers Paul Ackermann und seiner Kumpane. Mit ihren Ersparnissen aus Alaska kommen sie in die nordamerikanische Stadt, um ihr Glück zu machen. Doch dort erwartet sie der Tod...

Peter Zadek, einer der bekanntesten deutschen Theaterregisseure, machte seit den 50er Jahren mit kontrastreichen und spektakulären Inszenierungen auf sich aufmerksam. "Mahagonny" rannte er in einem Interview ein Zwischending zwischen Oper und Theater, ähnlich der "Dreigroschenoper", nur noch aufregender und aktueller.

ots Originaltext: Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg
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