Das Symposium "Altern und Migration" am 24. und 25. 9. 98 in Wien thematisiert erstmals die Situation älterer ZuwandererInnen in Wien

Ein Impuls zur Vernetzung von Fachleuten aus

Wien (OTS) - Verwaltung, Wissenschaft und praktischer Altenarbeit=

Auf Einladung des URBAN-Projekts "Senior Plus" und
des Wiener Integrationsfonds diskutieren Fachleute aus dem In- und Ausland die Probleme älterer MigrantInnen und erörtern Lösungsvorschläge für die Bereiche Altenarbeit, Soziale Dienste und Verwaltung. Die Ergebnisse einer ersten Studie zur Nutzung sozialer Einrichtungen durch ältere MigrantInnen in Wien wird vorgestellt. In einem Hearing nehmen die IntegrationsexpertInnen der Gemeinderatsfraktionen zu den Erfahrungen älterer MigrantInnen Stellung. Am zweiten Tag des Symposiums (25. 9.) erarbeiten ExpertInnen in Workshops einen Katalog integrativer Maßnahmen, der der Öffentlichkeit sowie den Verantwortlichen in Verwaltung und Sozialen Diensten als Anregung präsentiert wird.

"Senior Plus" ( Kontakt: Alexandra Grasl 8954489/12) und der Wiener Integrationsfonds laden alle Medienvertreter herzlich zu dieser Veranstaltung ein.

Aus dem Programm:

Referate:

*"Älterwerden in der Migration", Faruk Sen, (Leiter des Zentrumsfür Türkeistudien in Essen)

*Zuwanderung nach Österreich: Demographische und gesellschaftspolitische Konsequenzen, Josef Kytir (Akademie der Wissenschaften, Wien).

* Für eine interkulturelle Öffnung der Altenarbeit, Manfred Hielen, (Leiter der Forschungsgruppe "Ethnischer Schwerpunkt Altenhilfe" beim Deutschen Roten Kreuz).

Präsentation der Studie "Ältere MigrantInnen in Wien" mit Ergebnissen einer Umfrage unter den MitarbeiterInnen sozialer Institutionen über die Bedürfnisse älterer ZuwandererInnen

In Round Table-Gesprächen mit den Referenten werden die Bedingungen für das Älter werden in der Migration sowie diesbezügliche Fragen, die für Verwaltung und Soziale Dienste damit verbunden sind, erörtert. Es diskutieren Helga Nagel (Frankfurter Amt für Multikulturelle Angelegenheiten), Elisabeth Mezulianik, (Bereichsleiterin für Integration im Wiener Magistrat), Friedrich Leitner, (Leiter der MA 47 - Betreuung zu Hause), Alev Korun (Beratungszentrum für MigrantInnen, Wien), Ulrike Blom (Zentrum für Binationale und Interkulturelle Paare und Familien,Wien), u.a.

Zeit: 24. 9. 98, 9.00 - 17.15 Uhr
Ort: Rathaus, Stiege 8, 1. Stock..

Zwtlt.: Hearing mit Wiener PolitikerInnen und älteren MigrantInnen

Unter dem Titel "Zweite Heimat Wien" treffen ältere ZuwandererInnen und die IntegrationsexpertInnen der Wiener Parteien zu einem Hearing zusammen. Es diskutieren: Jovanka Mamic, (1973 aus dem ehemaligen Jugoslawien zugewandert), Mevlüt Simsek, (seit 1965 in Wien), Stadträtin Renate Brauner, Stadträtin Karin Landauer, die GemeinderätInnen Franz Karl, Marco Smoliner und Maria Vassilakou. Es moderiert Peter Resetarits.

Zeit: 24. 9. 19.00 - 21.30 Uhr
Ort: BAWAG-Hochholzerhof, 1010 Wien,
Seitzergasse 2 - 4, 1. Stock.

Zwitit.: Die Zahl älterer ZuwandererInnen steigt.

In Wien leben rund 36.000 Menschen über 50, die keine österreichische Staatsbürgerschaft haben. Viele, die vor Jahrzehnten zugewandert sind, erreichen in den nächsten Jahren das Pensionsalter: Von den in Wien lebenden MigrantInnen waren Ende 1996 fünfzehn Prozent (42.723 Personen) zwischen 45 und 60 Jahren alt. Während 1983 in einer Umfrage nur 3 Prozent der befragten MigrantInnen angaben, sich auf Dauer in Österreich niederlassen zu wollen, waren es 1995 bereits 24 Prozent (laut der Studie "Einwanderung und Niederlassung in Wien", im Auftrag des Wiener Integrationsfonds). Selbst von jenen ZuwandererInnen, die angeben, ins Herkunftsland zurückkehren zu wollen, haben mehr als die Hälfte (52%) dort keinen materiellen Besitz und keine Angehörigen aus der Kernfamilie.

Die meisten MigrantInnen werden auch in der Pension bei ihren Kindern in Wien bleiben bzw. zwischen Wien und ihrem Herkunftsland pendeln. Wer nicht die österreichische Staatsbürgerschaft hat, muß Benachteiligungen in Kauf nehmen: Ohne Staatsbürgerschaft besteht kein Anspruch auf Sozialhilfe, bleibt der Zugang zu gemeinde eigenen Alters- und Pflegeheimen verwehrt,und der Bezug des Pflegegelds ist nur im Ausnahmefall möglich. Auch eingebürgerte MigrantInnen sehen sich im Alter mit speziellen Problemen konfrontiert: z.B. mangelnde Sprachkenntnisse und Informationen erschweren den Kontakt zu Behörden und zur Wohnumgebung.

Rückfragen & Kontakt:

Peter Oberdammer,
Wiener Integrationsfonds
01/4000/ 81543

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