DIAKONIE: Familien- und Frauenpolitik nicht gegeneinander ausspielen

Wien, 22. September 1998, (epdÖ) "In der Diskussion um eine Reform des Karenzgeldes muß die Armutsbekämpfung oberste Priorität haben. Es darf nicht darum gehen, ideologische Markierungen zu setzen", kritisiert der Direktor der DIAKONIE Österreich, Pfarrer Mag. Michael Chalupka die aktuelle Karenzgelddebatte.
Chalupka fordert die Regierungsparteien auf, in der Karenzgelddiskussion die ideologischen Scheuklappen abzulegen. "Frauen- und Familienpolitik dürfen nicht gegeneinander
ausgespielt werden", heißt es in einer aktuellen Aussendung der DIAKONIE.

Chalupka: "Aus der Arbeit der DIAKONIE mit Kindern und der Sozialberatung von Alleinerziehenden wissen wir, wie eng es für viele geworden ist, das Notwendigste für die Familie zu sichern." Über 100 000 Kinder leben in Österreich unter akuten Armutsverhältnissen, warnt die DIAKONIE. Um Armut wirksam zu bekämpfen, brauche es eine existenzsichernde Sockelung des Karenzgeldes. Gemeinsam mit der Armutskonferenz schlägt die DIAKONIE hier einen Ausgleichszulagenrichtsatz in der Höhe von 7800.-ÖS vor. Gleichzeitig müsse für diejenigen, die nicht versichert seien wie Studentinnen, Bäuerinnen oder junge Frauen eine bedarfsorientierte Grundsicherung eingeführt werden, fordert die DIAKONIE.

"Für Frauen, die am finanziellen Limit leben müssen, ist die viel beschworene Wahlfreiheit zwischen zu Hause bleiben und Arbeit eine Illusion", kritisiert Chalupka. "Wahlfreiheit" bleibe eine Sprechblase, wenn nicht das Lebensnotwendigste gesichert sei: "Und es bleibt leeres Gerede, wenn die Möglichkeit auf Erwerbsarbeit nicht mehr ausreichend vorhanden ist." Um Wahlfreiheit zu gewährleisten, sollten, so die DIAKONIE, Maßnahmen wie Teilzeitkarenz, Bildungskarenz oder Teilzeitarbeit ausgebaut
werden.

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