Mobilkommunikation am wissenschaftlichen Prüfstand

Internationale Experten für elektromagnetische Felder sind sich einig: Keine Veranlassung für Veränderung bestehender Vorsorgegrenzwerte

Wien (OTS) - Führende Experten der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) kamen beim Workshop "Elektromagnetische Felder und unspezifische Krankheitssymptome" am 19. und 20. September in der TU in Graz zu der einstimmigen Erkenntnis: Ein Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und einer eventuell möglichen Elektrohypersensibilität sowie damit verbundenen Befindlichkeitsstörungen kann derzeit wissenschaftlich nicht begründet werden und bedarf weiterer Erforschung. Das vorhandene Wissen in diesem Bereich unterstreicht jedoch einmal mehr die erst im April 1998 von der Weltgesundheitsorganisation bestätigten Personenschutzgrenzwerte.

Neben den international anerkannten wissenschaftlichen Vertretern der ICNIRP und des WHO-Projektes zur Erforschung elektromagnetischer Felder waren auch Wissenschaftler verschiedener europäischer und amerikanischer Forschungsgruppen angereist, um einen Überblick über den aktuellen Wissensstand zu geben. Auch kritische Forschungsergebnisse wurden vorgestellt und erörtert. Die hier in Österreich häufig von Mobilkommunikationsgegnern zitierte "Mann-Röschke-Studie" über negative Auswirkungen von Handys auf das Schlafverhalten wurde eingehend diskutiert. Abschließend zog der Autor selbst folgendes Resümee: "Die gewonnenen Erkenntnisse erfordern die Wiederholung der Studie durch ein weiteres Expertenteam und vergleichbare Untersuchungsbedingungen. Die bestehenden Ergebnisse rechtfertigen jedoch keine Veränderung der Vorsorgegrenzwerte, keine Erhöhung und keine Senkung", so Prof. Röschke vom Psychiatrischen Institut der Universität Mainz.

In unserer heutigen Gesellschaft hat die Technologie unser Leben in vielen Gebieten bereichert, erleichtert und sicherer gemacht. Stromversorgung, Radio und Fernsehen, Computer, Handys und Mikrowellenherde sind uns selbstverständlich geworden. Diese dynamischen technologischen Entwicklungen bringen aber oft Verunsicherungen und Ängste über mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen mit sich. Daher sind über die laufende international koordinierte Forschung hinaus seriöse Information und breite Aufklärung weitere Forderungen der Experten, die auch die Arbeit an der subjektiven Risikowahrnehmung und -einschätzung empfehlen, um der Verunsicherung der Bevölkerung adäquat begegnen zu können.

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