AK: Verlage müssen Rabattpolitik neu überdenken

Buchpreisbindung in jetzigen Form bringt Konsumenten Nachteile und gefährdet Jobs

Wien (OTS) - Die AK hält zwar die Buchpreisbindung für kulturpolitisch sinnvoll, hat aber immer wieder eine Reform des gegenwärtigen Systems der Preisbindung verlangt. "Der feste Ladenpreis in Verbindung mit hohen Rabatten der Verlage gegenüber Großabnehmern gefährdet Arbeitsplätze und geht zu Lasten der Konsumenten," kritisiert die AK. Daher sollen die Verlage die Rabattpolitik gegenüber den Buchhändlern neu überdenken: Es sollen künftig nicht nur Großabnehmer gefördert werden, sondern auch kleine Buchhändler, verlangt die AK. Ferner soll es auch möglich werden, daß Buchhändler bestimmten Kunden Rabatte gewähren. ****

Derzeit bestimmen die Verleger - insbesondere bei Neuauflagen -welche Preise die Buchhändler von ihren Kunden verlangen dürfen. Dadurch sind nicht nur die Einzelhändler, sondern auch die Konsumenten benachteiligt, sagt die AK. Denn: Das gegenwärtige System der Preisbindung fördert keineswegs die kleinen Buchhändler, sondern die großen Ketten. Der feste Ladenpreis soll nach Auffassung der Verlage die kulturpolitische Funktion der umsatzschwächeren Buchhändler - volles Sortiment - erhalten. Die Rabattpolitik der Verlage läuft diesem Ziel zuwider. Während derzeit Großabnehmer durch Rabattstaffeln gefördert werden, haben die kleinen Buchhändler bei diesem Mengenrabatt-System ungünstige Einkaufspreise. Die Rabatte werden unabhängig davon gewährt, ob die Buchkette eine Vielzahl von Buchtiteln und Beratungsservice in ihren Verkaufsstellen anbietet oder sich nur auf gut verkäufliche Bestseller spezialisiert.

Die Buchhändler dürfen die Mengennachlässe, die sie von den Verlegern erhalten, derzeit aber nicht an die Konsumenten in Form eines Rabattes weitergegeben werden, kritisiert die AK.
Die AK befürchtet daher, daß mit der Verschärfung des festen Ladenpreises die kleinen Buchhändler auf lange Sicht dem
steigenden Wettbewerbsdruck der großen Buchhandelsketten und der neuen Medien - zB Internet, e-mail, CD Rom - nicht standhalten können.

Nur durch eine neu geordnete Rabattpolitik der Verlage werden der traditionelle Buchhandel und zugleich qualifizierte Arbeitsplätze erhalten bleiben, meint die AK. Daher verlangt die AK
Preissenkungen für alle Buchhändler. Ferner sollten auch bestimmte Kunden, wie zB Stammkunden, Jugendliche oder Pensionisten, Rabatte zwischen zehn und fünfzehn Prozent erhalten, wie das auch in Frankreich und Italien üblich ist.

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