Wirtschaft mahnt Erfüllung des Lehrlingspakets II ein

Vorlehre ist integraler Bestandteil der NAP-Vereinbarungen Berufslehrgänge oder Stiftungen nur bei echtem Bedarf

PWK - Die Realisierung der Vorlehre stellt ein wesentliches Anliegen der Wirtschaft dar und ist ein integraler Bestandteil der Vereinbarungen zum NAP. Die Wirtschaft erwartet die rasche Verabschiedung einer einschlägigen AMS-Richtlinie. Diese soll lernschwachen Jugendlichen, insbesondere Schulversagern, aber auch Jugendlichen mit langen Vormerkzeiten beim AMS (etwa sechs Monate) die Chance einer Qualifizierung, allenfalls auch hin zu einem späteren Lehrverhältnis, bieten. "Das Aufrichten bürokratischer Hürden oder eines Papierkrieges auf dem Rücken der Schwächsten, wie vereinzelt von Seiten der Arbeitnehmer-Interessenvertretungen gefordert, ist inakzeptabel", stellt dazu Dr. Georg Piskaty, Leiter der Gruppe Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, fest. ****

Mit dem eingeschränkten Personenkreis, der für eine Vorlehre in Frage kommt, ist eine ausreichende Barriere gegen einen allfälligen Missbrauch dieses neuen Ausbildungsinstrumentes geschaffen worden. Auch die Wirtschaft will nicht, dass lerhvertragsgeeignete Jugendliche in einer schwierigen regionalen Arbeitsmarktsituation in die Vorlehre abgedrängt werden. Andererseits muss die Vorlehre aber allen zur Verfügung stehen, die sich um eine Lehrstelle bemühen und diese - entweder aufgrund ihrer Eignung oder aufgrund der speziellen regionalen Situation - nicht finden. "Hier muss praktische Problemlösung vor Ideologie gehen", appelliert Piskaty konkret an AK und ÖGB.

Für die Wirtschaft wäre es nicht akzeptabel, auf der einen Seite mit einem hohen finanziellen Aufwand Lehrgänge und Stiftungen im Rahmen des NAP zu schaffen, andererseits aber die Vorlehre als kostengünstige Alternative nicht zu realisieren. Hier gibt es einen klaren inneren Zusammenhang. Hinzuweisen ist beispielsweise, dass ein Vorlehrling - optimal vom AMS gefördert - der Öffentlichkeit pro Monat rund 4.000,- Schilling, der Besucher einer Lehrlingsstiftung aber mehr als das Vierfache kostet. Entscheidungen über die Maßnahme des Auffangnetzes müssen daher auch die Situation der Vorlehre im Auge behalten.

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Dr. Georg Piskaty

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