Gastwirte über Pauschalverdächtigungen empört

Standesvertretung wehrt sich gegen Diffamierung einer Branche Krasse Ungleichbehandlung von Betrieben und "Zeltfesten"

PWK - Empörung herrscht derzeit im Gastgewerbe über eine neue "Aktion scharf" der Finanzbehörden. Konkret geht es um Lieferungen der Brau Union Österreich an die heimischen Wirte, wobei mögliche "Schwarzverkäufe" unterstellt werden. "Als Standesvertretung wehren wir uns mit Nachdruck gegen jede Diffamierung der Gastronomie. Diese ist seit Jahren ständig neuen Belastungen unterworfen. Die Beispiele reichen von der Gewerbeordnung über die Nichtabsetzbarkeit von Geschäftsessen bis zur 0,5 Promille-Grenze. Ein Höhepunkt ist die krasse Ungleichbehandlung der penibel kontrollierten Gastwirte und der weitgehend unkontrolliert abgehaltenen Zeltfeste", kritisiert der Obmann der Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft, Komm.Rat Hansjörg Kröll. ****

Während die Finanzbehörden und Gemeinden bei fast 15.000 Zeltfesten und ähnlichen Veranstaltungen im Jahr mit einem geschätzten Umsatz von weit über zehn Milliarden Schilling auf rund zwei Millarden Schilling an Steueraufkommen verzichten, soll durch die neue Aktion die offenbar vorhandene Lücke im Steueraufkommen geschlossen werden, empört sich Kröll.

"Natürlich ist es legitim, daß kontrolliert wird. Aber wenn einerseits kein Personal für Kontrollen von steuerlich und gewerberechtlich begünstigten Vereinen vorhanden ist und andererseits ein Heer von Steuerprüfern bei einer Brauerei aufmaschiert, ist das im höchsten Maße eigenartig". Kröll erinnert daran, daß die heimischen Unternehmen mit ihren Erzeugnissen, ihren Dienstleistungen und dem erbrachten Steueraufkommen die überbordenden und fast nicht mehr zu administrierenden Steuergesetze bzw. die damit verbundene Bürokratie finanzieren.

Schon seit Jahren werden Gespräche über eine Steuerpauschalierung von Kleinstbetrieben im Gastgewerbe geführt. Wären diese bereits mehrmals geforderten Erleichterungen für kleine Betriebe schon in Kraft, so würde die Situation heute ganz anders aussehen, stellt dazu der Vorsteher des Fachverbandes Gastronomie, Komm.Rat Helmut Hinterleitner, fest. Eine Pauschalierung würde nicht nur die Betriebe entlasten, sondern sogar zu Einsparungen der Finanzverwaltung führen.

Rückfragen & Kontakt:

Syndikus Dr. Paul Schimka
Tel. 501 05 DW 3567Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/SCHLUß