Rotes Kreuz/Österreich: Wanderbarer Herbst

Wien (ÖRK) - 14 Alpinisten sind in der zweiten Augusthälfte allein am Montblanc ums Leben gekommen. Immer lauter wird der Ruf erfahrener Bergsteiger, den Bergen und der Natur wieder mehr Respekt entgegenzubringen. "Die Unfallgefahr in den Bergen ist groß. Es muß ja nicht gleich der Montblanc sein. Das Risiko ist auch bei einfacheren Bergwanderungen nicht zu unterschätzen", warnt Dr.Christian Feinböck vom Österreichischen Roten Kreuz.

65 Österreicher sind im Vorjahr bei Bergwanderungen gestorben. Oft ist einfach die Anstrengung zuviel, das Herz spielt in vielen Fällen nicht mehr mit. Herzinfarkt zählt zu den häufigsten Todesursachen am Berg. "Eine gute körperliche Allgemeinverfassung kann dazu beitragen, böse Überraschungen zu vermeiden. Eine sportärztliche Untersuchung und ein wenig Training gehören zu einer guten Vorbereitung auf den Wanderurlaub", sagt Feinböck.

Feinböck warnt vor übertriebenem Ehrgeiz: "Marschroute und Weglänge gehören den Fähigkeiten des körperlich schwächsten Bergkameraden angepaßt. Die ersten 30 Minuten eher langsam gehen. Dann mindestens alle zwei Stunden eine Rast einlegen und dabei nicht auf Essen und Trinken vergessen." Die Ausrüstung sollte gerade im Herbst auf das wechselhafte Wetter abgestimmt sein. Um im Notfall leichter zu finden zu sein, sollte im Quartier eine Nachricht mit Route und voraussichtlicher Rückkehrzeit hinterlassen werden.

Unfälle lassen sich trotz aller Vorsicht nicht ausschließen. Wichtig ist dann vor allem Besonnenheit: "Überanstrengung kann zu Bewußtlosigkeit, Atem- oder Kreislaufstillstand führen. Ist der Patient bewußtlos, muß er in Seitenlage gebracht werden. Bei Atemstillstand, muß Mund-zu-Mund-Beatmung oder Mund-zu-Nase-Beatmung durchgeführt werden. Im Minutenabstand ist der Kreislauf zu kontrollieren, indem an der Halsschlagader der Puls gefühlt wird. Bei Kreislaufstillstand wird neben der Beatmung die Herzmassage durchgeführt." Hilfe kann durch Rufen, Lichtzeichen oder Winken herbeigeholt werden.

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21. September 1998

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