WABL KRITISIERT MOLTERERS WEICHE HALTUNG ZUR AGENDA 2000

Grüne fordern konsequente Ökologisierung der Landwirtschaft

Wien (OTS) - Als "viel zu unkonkret" kritisiert der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Andreas Wabl, die Aussagen des Agrarministers in der heutigen Pressestunde. Etwa bei der geplanten Senkung der Interventionspreise auf ein sogenanntes Weltmarktniveau sollte man doch "Klartext sprechen". Neuerliche Preissenkungen bewirken, daß immer kleinere Teile der Produktionskosten durch den Verkauf der Produkte abgedeckt werden können. Die Ausgleichszahlungen orientieren sich aber nicht am zu leistenden Arbeitsaufwand. "Das wird den Rationalisierungsdruck erhöhen, bäuerliche Arbeitsplätze im ländlichen Raum vernichten und die Produktion weiter ankurbeln", befürchtet der Abgeordnete. ****

Dabei sollte doch endlich eine wirksame Politik zur Reduktion der Überschüsse und zugunsten einer ökologisch orientierten Qualitätsproduktion forciert werden, fordert Wabl. Die Agenda 2000 beschließt keine griffigen Maßnahmen zur Überschußbekämpfung, sondern setzt auf eine Selbstregulation am Weltmarkt. "Damit treibt man aber auch ein gefährliches Spiel mit den Ernährungsgrundlagen der Weltregionen bei gleichzeitiger Mißachtung der Umweltprobleme", warnt Wabl.

Der Abgeordnete befürwortet eine "Politik der Produktionsrücknahme durch eine Bindung der Tierzahl an die Fläche auf ein ökologisch verträgliches Maß und eine Reduktion von Düngern und Agrarchemikalien". Nur so könne man eine wirksame Überschußreduzierung herbeiführen.

Abschließend bemängelt Wabl, daß Molterer in der Pressestunde kaum auf die Situation der Bergbauern eingegangen ist. "Es muß endlich ein Sockelbetrag für Betriebe im Berggebiet eingeführt werden, der sich am notwendigen Arbeitseinsatz und der Bewirtschaftungserschwernis orientiert, und nicht an der Fläche oder Tierzahl."

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