AKTIONSPLATTFORM "Bauernhöfe statt Agrarfabriken - Weltmarkt macht nicht satt" - AGENDA 2000: Traditionelle Landwirtschaft bald museumsreif?

Grundlegender Neuaufbruch gefragt!

Wien (OTS) - Die AKTIONSPLATTFORM "Bauernhöfe statt
Agrarfabriken - Weltmarkt macht nicht satt" wird heute das vom Cartoonisten Gerhard HADERER entworfene "Goldene Kalb Landwirtschaft" in St.Wolfgang der Öffentlichkeit und den EU-Agrarministern präsentieren. Es soll ein unübersehbares Warnsignal für die besorgniserregende und für Bäuerinnen & Bauern existenzbedrohende Fehlausrichtung der EU-Agrarpolitik darstellen.

Die Zukunft liegt in einem Neuaufbruch der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik, bei dem Nahrungsmittelqualität und nachhaltiges Wirtschaften, Qualität statt Quantität, im Vordergrund stehen. Dazu

Hans FELBAUER, Landwirt

Landesobmann des Unabhängigen Allgemeinen Bauernverbandes OÖ

"Die Agrarminister verharren in der Vorstellung, daß Einkommensdefizite durch Mehrproduktion und den Kampf um Marktanteile auszugleichen sind. Was fehlt, ist zuallererst ein funktionierendes EU-Binnenmarktkonzept, bevor die kleinstrukturierte Landwirtschaft ausgestorben ist. Durch eine Agrarpolitik, die gezielt auf umweltgerechte Produktion setzt, können sinnlose Überschüsse überhaupt vermieden werden."

Karl GUTENBRUNNER,

Landwirt Obmann Grüne Bäuerinnen & Bauern

"Die bisherige EU-Agrarpolitik hat den Grundstein für Skandale wie die BSE-Krise gelegt. Diese Suppe bleibt dann allen Bauern auslöffeln. Konsumenten und Bauern haben ein Recht auf gesunde Nahrungsmittel. Die Landwirtschaftspolitik der europäische Union muß öko-sozial werden ..."

Hans HAID, Landwirt und Autor

pro vita alpina

"Die reale Situation der Bergbauern ist grotesk: Sie können von ihren Produkten nicht mehr leben. Jede Beschönigung wäre bloße Augenauswischerei. Die für St.Wolfgang dargebotene Vision der ländlichen Entwicklung ist leider eine Farce. Da wird vom Wirtschaften mit der Natur bloß geredet, doch von klaren Richtlinien und grundsätzlicher Orientierung: keine Spur. Die Pflege des historisch kulturellen Erbes einer landwirtschaftlichen Volkskultur entwickelt sich zum musealen Phänomen. Was wir derzeit erleben, ist die Musealisierung der traditionellen Landwirtschaft."

Richard HUBMANN, Landwirt

stv.Obmann Grüne Bäuerinnen & Bauern

"In der Agenda 2000 hat die Kommission die Probleme richtig benannt, beharrt aber auf der stärkeren Orientierung am Weltmarkt und das ist ein zentraler Fehler. Auch die EU-Agrarminister setzen mit ihrer bisherigen Kritik am falschen Punkt an. Erforderlich wäre eine konsequente ökologische Orientierung verbunden mit einer gerechten Verteilung der Förderungsmittel an jene, die sie wirklich brauchen. Schutz der hohen ökologischen Standards statt gnadenloser Weltmarkorientierung."

Maria VOGT, Landwirtin

Obfrau der Österreichischen Bergbauernvereinigung ÖBV

"Die bisher auf dem Tisch liegenden Modelle zur Agenda 2000 sind nicht gut genug. Umweltgerechtes Wirtschaften und Einsatz der Gentechnik sind ein diametraler Widerspruch. Damit wird das Prinzip Wachsen und Weichen lediglich eine neue Runde weitergekurbelt. Ein grundsätzlicher Neuaufbruch ist gefragt. In St.Wolfgang haben wir die Chance, neue Wege einzuschlagen ..."

MORGEN, Montag 10:30, werden die Vorschläge der Aktionsplattform zur Agenda 2000 im Rahmen einer Pressekonferenz mit dem EP-Abgeordneten Graefe zu BARINGDORF vorgestellt.

Der Aktionsplattform gehören an:

  • Allgemeiner Österreichischer Bauernverband
  • Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
  • Europäische Bauernkoordination CPE
  • FIAN Österreich
  • Grüne Bäuerinnen und Bauern
  • Naturschutzbund
  • Österreichische Bergbauernvereinigung
  • pro vita alpina

* Salzburger Bauern Liste

Rückfragen & Kontakt:

Harald Wosihnoj
Pressesprecher
Tel: 0664-2020 699

Österr. Bergbauernvereinigung

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