Handel verlangt Entlastung für Kleinbetriebe und Jungunternehmer

Lemler: "Handel auf dem Weg der Genesung, aber noch nicht gesund" - Umsatz im Facheinzelhandel: + 1% im 1. Halbjahr

Wien (PWK) - Der österreichische Handel verlangt eine massive Entlastung für Kleinbetriebe und Jungunternehmer. Konkret fordert Erich Lemler, Obmann der Bundessektion Handel, im Rahmen der Steuerreform 2000 endlich Betriebsübernahmen zu erleichtern, die Eigenkapitalausstattung der Betriebe zu stärken, kleine Unternehmen von der Steuerbürokratie zu entlasten und die Lohnnebenkosten zu senken. ****

Gerade bei kleinen Handelsunternehmen scheitert eine Betriebsübernahme immer häufiger an den Forderungen des Finanzamtes für die Erbschafts- und Schenkungssteuer. Damit die Betriebe fortgeführt und Arbeitsplätze gesichert werden können, sollte die betriebliche Übergabe steuerfrei gestellt werden. Lemler verlangt in diesem Zusammenhang, einen Verlustrücktrag für Anlaufverluste einzuführen und den Verlustvortrag für Einnahmen-Ausgabenrechner von 3 auf 5 Jahre nach der Betriebsgründung auszudehnen. Privatgüter, die in den Betrieb eingebracht wurden, sollen vorsteuerabzugfähig sein.

Um die Eigenkapitalausstattung der Betriebe zu stärken, müßte für "frisches" Eigenkapital eine fiktive Kapitalverzinsung in Höhe der Sekundärmarktrendite als Betriebsausgabe anerkannt werden.

Ein Dorn im Auge sind Lemler auch die enormen steuerbürokratischen Belastungen der kleinen und mittleren Handelsbetriebe. Wesentliche Erleichterungen erwartet sich der Bundessektionsobmann von einer Pauschalierung der Einkommenssteuer bis zur Buchführungsgrenze. Gleichzeitigt sollte diese Grenze auf 12 Mio bzw. für den Lebensmittel- und Gemischtwarenhandel auf 15 Mio Schilling angehoben werden.

Eine klare Absage erteilte Lemler den Wünschen der Gewerkschaft, in der heurigen Lohnrunde über eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich zu verhandeln. Auch wenn sich die Handelskonjunktur in letzter Zeit etwas gebessert hat, so gelte dies nicht für die Kosten-und Ertragslage der meisten Unternehmen. Eine langfristig belastende Maßnahme, wie die Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich, sei daher unvorstellbar.

Sorgen bereitet dem Bundessektionsobmann die Lehrlingssituation. Obwohl die Zahl der neuen Lehrverträge im vergangenen Jahr um rund 7% auf 6.664 stieg, sinkt die Gesamtzahl der Handelslehrlinge kontinuierlich. Verantwortlich für diese Entwicklung macht Lemler vor allem die bürokratischen Hemmnisse. So kann ein Lehrvertrag nach Ablauf der 2-monatigen Probezeit nur mehr äußerst schwer aufgelöst werden. Der Handel fordert daher ein praxisgerechtes Verfahren für die Lösung von problematischen Lehrverhältnissen, wenn sich nach der Probezeit herausstellt, daß der Lehrling für den Beruf nicht geeignet ist. Enttäuscht zeigt sich Lemler über die Verschleppung der sogenannten Vorlehre durch die Gewerkschaft.

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