AK Tumpel: Schüler sollen ohne Angst lernen können

Gesamteuropäische Eltern- und Schülerkonferenz zum Thema Schulkonflikte Gast bei der AK Wien - Schulen sollen fördern statt aulesen

Wien (OTS) - Konflikte in der Schule müssen positiv gelöst
werden. Damit die Schüler Leistung erbringen können, brauchen sie ein Klima ohne Angst: Dafür trat heute, Freitag, AK Präsident Herbert Tumpel im AK Wien Bildungszentrum bei der Eröffnung der gesamteuropäischen Eltern- und Schülerkonferenz des Europäischen Elternverbands ein. An der Konferenz nehmen über 100 Eltern- und Schülervertreter aus ganz Europa teil. Zur Debatte stehen neue
Wege zum Abbau von Schulkonflikten. Notwendig sei verstärkte Mitsprache der Eltern und Schüler in der Schule, so Tumpel. Im Unterricht müssen die Wünsche und Bedürfnisse der Schüler mehr berücksichtigt werden: Die Schulen sollen Förderung statt Auslese bieten, etwa in Förderkursen, die für die Eltern kostenlos sind. ****

"Die AK versteht sich als Partner der Eltern und ihrer Kinder",
sagt AK Präsident Herbert Tumpel. Als Interessenvertretung der Eltern unterstütze sie die Partnerschaft von Eltern, Schülern und Lehrern. Eltern und Schüler sollen in der Schule stärker mitreden können. Das sei wichtig angesichts der Zunahme von Konfliksituationen in der Schule und der steigenden Zahl von Jugendlichen, die keinen positiven Pflichtschulabschluß haben:
"Damit die Schüler Leistung erbringen können, brauchen sie ein Klima ohne Angst." Das Recht auf Ausbildung müsse auf allen Ebenen gewährleistet sein. Dazu brauchten Schüler und Lehrlinge auch eine faire und gerechte Chance, müßten die Schulen mehr Förderung statt Auslese bieten.

In Österreich, so Tumpel, müßten sehr viele Schüler eine Klasse wiederholen - auch wenn sie im Vorjahr in 12 von 13 Fächer positiv waren. Sie sollten dennoch mit einem Nichtgenügend im Zeugnis aufsteigen können. Dazu solle es begleitende Unterrichtsmaßnahmen geben: Es sollen das ganze Jahr über Förderkurse angeboten werden, die für die Eltern kostenlos sind, vor den Wiederholungsprüfungen soll es spezielle Vorbereitungskurse geben. International zeige sich, daß das Wiederholen einer Klasse nicht unbedingt notwendig sei, verwies der AK Präsident auf Länder wie Finnland, Schweden oder Irland, die das Sitzenbleiben abgeschafft haben.

Bei den Beratungen auf der europaweiten Elternkonferenz wird etwa über den Einsatz von unparteiischen Vermittlern zur Lösung von Schulkonflikten diskutiert - oder über die verstärkte Einbeziehung von Eltern und Schülern bei Entscheidungen in der Schule. Mary Killeen, Präsidentin des Europäischen Elternverbands: Es gehe um die Verbesserung der Qualität der Bildung. Dabei sollten die Erfahrungen aus den einzelnen europäischen Ländern ausgetauscht werden. Auf der Konferenz steht heute, Freitag, zur Debatte, wie sogenannt verhaltensaufällige Schüler trotz Problemen in den Unterricht einbezogen werden können. Morgen, Samstag, geht es um die Verbesserung des Schulklimas und bessere Mitsprache von Schülern und Eltern.

Internationale Konferenz des Europäischen Elternverbands: "Wie das Verhalten die Qualität von Bildung und Erziehung beeinflußt"
Fr, 18.9.98, bis 17.00 Uhr
Sa, 19.9. 98, 10.00 - 17.30 Uhr
AK Bildungszentrum
4, Theresianumgasse 16-18

Rückfragen & Kontakt:

Presse Peter Mitterhuber
Tel.: (01)501 65-2530

AK Wien

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW