"Niederösterreicher in sowjetischer Kriegsgefangenschaft"

Pröll: Beitrag, daß so etwas nie mehr passieren darf

St.Pölten (NLK) - Bei der heutigen Buchpräsentation "Niederösterreicher in sowjetischer Kriegsgefangenschaft während und nach dem Zweiten Weltkrieg" in St.Pölten sagte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, diese Arbeit sei eine Geste der Dankbarkeit gegenüber der älteren Generation, die viel mitgemacht habe. Das Buch sei für tausende Niederösterreicher sehr berührend, gerieten doch 22.000 Niederösterreicher in sowjetische Kriegsgefangenschaft und erreichten Tausende den Heimkehrerbahnhof Wiener Neustadt nicht mehr.

Diese wichtige Dokumentation sei möglich geworden durch die politische Situation nach der historischen Wende des Falls des Eisernen Vorhanges und durch den Zugang zu geheimen Dokumentationen dank der Verbindungen von Univ.Prof. Dr. Karner. Dieser Blick zurück sei heute vielleicht wichtiger als in den 50er-Jahren, weil über vieles Gras gewachsen sei und die heutige Generation nicht mehr erahnen könne, wie so etwas passieren konnte. Alle, die jetzt Verantwortung tragen, sollten ihren Beitrag leisten, daß so etwas nie mehr passieren darf. Es sei notwendig, in dieser Form die Geschichte aufzuarbeiten und einen Fingerzeig zu geben, wie es nicht gehen darf. Die Dokumentation, so schloß der Landeshauptmann, möge möglichst vielen Landsleuten die Augen öffnen für das Unwichtige, Gefährliche, Notwendige und Unnotwendige.

Der Leiter des Ludwig Boltzmann-Institutes für Kriegsfolgenforschung, Univ.Prof. Dr. Stefan Karner, dankte dem Landeshauptmann als einem Grundsteinleger des Projektes dank seiner Unterstützung bei einer Landeshauptmännerkonferenz. Durch die Unterstützung des Boltzmann-Institutes und des NÖ Fonds sei dies die erste Untersuchung auf Länderebene in Österreich und Deutschland und so ein Musterbuch für alle anderen Bundesländer.

In dem Buch wird auf der Basis von sowjetischen Archivdokumenten das Schicksal der NÖ Kriegsgefangenen dargestellt. Karten, Tabellen und Diagramme geben Auskunft über die wichtigen Stationen der Gefangenschaft, ergänzt wird das Aktenmaterial durch zahlreiche Fotos und Erzählungen von Zeitzeugen. Neben den Kriegsgefangenen beschäftigt sich die Studie auch mit jenen Landsleuten, die in der sowjetischen Besatzungszone in den Jahren bis 1955 verhaftet, verurteilt und in die Sowjetunion verschleppt wurden.

Das Buch kann über das Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgenforschung in Graz unter der Telefonnummer 0316/822500-0 bestellt werden.

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