Bayer AG: Paragraph 15 WpHG-Mitteilung

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Konzentration auf die Kerngeschäfte wird konsequent fortgesetzt:
Bayer bringt Agfa 1999 an die Börse Stärkung des Life-Sciences-Bereiches

Verbesserte Wettbewerbsfähigkeit und gestärkte Finanzbasis für Agfa 1,9 Mrd DM zum Erwerb von Chiron Diagnostics Inc. Joint Venture mit amerikanischem Pflanzenschutz- Unternehmen

Leverkusen Bayer setzt die Konzentration auf seine Kerngeschäfte fort und baut die Aktivitäten im Bereich der Life Sciences weiter aus. Deshalb wird der Konzern einerseits bis zu 75 Prozent seiner Tochtergesellschaft Agfa im zweiten Quartal 1999 an die Börse bringen, vorausgesetzt, die Verhältnisse am Kapitalmarkt lassen es zu diesem Zeitpunkt sinnvoll erscheinen. Andererseits wird Bayer das Diagnostika- Geschäft der amerikanischen Chiron Corporation für umgerechnet 1,9 Milliarden DM erwerben sowie 50 Prozent des Saatgutbehandlungsgeschäftes des amerikanischen Unternehmens Gustafson übernehmen. Diesen Beschlüssen des Vorstandes hat der Aufsichtsrat in seiner heutigen Sitzung zugestimmt. Mit den Akquisitionen werden die Geschäftsbereiche Diagnostika und Pflanzenschutz weiter gestärkt.

Agfa-Gevaert-Gruppe: Börsengang im zweiten Quartal 1999 "Als eines der führenden chemisch-pharmazeutischen Unternehmen mit Schwerpunkten in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft, Polymere und Chemiespezialitäten wollen wir uns verstärkt auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren und deshalb besonders unsere Life-Sciences-Aktivitäten ausbauen, erklärte Bayer-Vorstandsvorsitzender Dr. Manfred Schneider. "Gleichzeitig wollen wir Agfa für eine aussichtsreiche Zukunft rüsten. Um die Position als einer der führenden Imaging-Konzerne der Welt zu stärken, braucht Agfa unternehmerische Eigenständigkeit und neue Finanzierungsmöglichkeiten. Zugleich gewinnt der Bayer- Konzern größere Freiräume und Mittel zur Stärkung seiner Kerngeschäfte. Die Agfa-Gevaert-Gruppe hat sich durch erhebliche Restrukturierungsmaßnahmen positiv entwickelt und das für 1998 von Bayer gesetzte Ziel einer Umsatzrendite von sechs Prozent bereits vorzeitig im vergangenen Jahr erreicht. Sie gehört mit den Kernbereichen Druckvorbereitung, Technische Bildsysteme und Foto zu den führenden Imaging-Unternehmen der Welt. Bei Agfa handelt es sich um ein profitables Unternehmen mit guten Zukunftsperspektiven. Es bewegt sich jedoch in völlig anderen Märkten und arbeitet mit andersartiger Technologie als Bayer. Deshalb wird Agfa sich als selbständiges Unternehmen besser entwickeln können, so der Vorstandsvorsitzende. "Agfa wird in Zukunft seine Kompetenz in den Kerntechnologien ausbauen und setzt dabei verstärkt auch auf die Zusammenarbeit mit Computerherstellern und Software-Firmen, erläutert Agfa-Chef Dr. Klaus Seeger. "Mit dem Börsengang erhalten wir eine klare Identität als Imaging-Unternehmen und ganz neue Möglichkeiten für Partnerschaften. Die neuen Entwicklungschancen seien damit auch im Interesse der Mitarbeiter.

Diagnostika: Vorstoß in die Spitzengruppe des Weltmarktes Zur Stärkung des Geschäftsbereichs Diagnostika wird Bayer die amerikanische Firma Chiron Diagnostics mit Sitz in Walpole im US-Bundesstaat Massachusetts übernehmen, eine Tochtergesellschaft der Chiron Corporation in Emeryville (Kalifornien). Mit dieser Akquisition in Höhe von umgerechnet 1,9 Milliarden DM stößt Bayer in die Spitzengruppe der internationalen Diagnostika-Anbieter vor. Vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Behörden wird die Übernahme noch in diesem Jahr erfolgen. Chiron Diagnostics ist Weltmarkt-Führer im Bereich der Blutgasanalysatoren sowie in der Immunologie und gehört zu den namhaftesten Anbietern von klinischen Laborgeräten und Systemen zur NAD-Analyse, einer Nachweismethode zur sicheren Bestimmung von zahlreichen schwerwiegenden Infektionskrankheiten wie beispielsweise Hepatitis C oder AIDS. An den sechs Standorten in den US-Bundesstaaten Massachusetts, Ohio und Kalifornien sowie in England sind 3.300 Mitarbeiter beschäftigt, die einen Jahresumsatz von umgerechnet einer Milliarde DM erwirtschaften. Mit der Übernahme erwerben wir technologisch führende Diagnostik-Systeme im Bereich der Blutanalyse und Immunologie, die unsere derzeitige Produktpalette ideal ergänzen und erhebliche Synergien ermöglichen, erklärt Rolf Classon, Leiter des Bayer-Geschäftsbereichs Diagnostika. Außerdem gewinnen wir einen internationalen Kundenstamm, Know- how und weitere Forschungskapazitäten. Mit seinen innovativen Produkten und Serviceleistungen V u. a. Selbsttest-Meßsysteme, Analysegeräte für niedergelassene Ärzte und Kliniken sowie Großlaborgeräte verzeichnet der Bayer- Geschäftsbereich Diagnostika ein überdurchschnittliches Wachstum. Der Umsatz stieg im Vorjahr um 14 Prozent auf 1,9 Milliarden DM und wird im nächsten Jahr nach der Übernahme 3,5 Milliarden DM betragen. Die Zentrale liegt in Tarrytown (US-Bundesstaat New York). Weitere Produktionsstätten befinden sich in den amerikanischen Bundesstaaten Indiana und Virginia sowie in Wales und Irland. Der Geschäftsbereich beschäftigt 4.800 Mitarbeiter. Chiron Diagnostics gehört zur Chiron Corporation, einem der international größten Biotechnologie-Konzerne der Welt, der im vergangenen Jahr mit 7.000 Mitarbeitern an Standorten rund um die Welt einen Gesamtumsatz von umgerechnet 2,3 Milliarden DM erwirtschaftete.

Pflanzenschutz: Joint Venture mit Gustafson Zur weiteren Expansion des sehr erfolgreichen Geschäftsbereiches Pflanzenschutz stimmte der Aufsichsrat der Übernahme von 50 Prozent des Saatgutbehandlungsgeschäftes des US-Unternehmens Gustafson, Dallas (US-Bundesstaat Texas), zu. Mit dem geplanten Joint Venture, das in Kürze unterzeichnet werden soll, will der Konzern seine Position im Beizmittelmarkt in den USA, Kanada und Mexiko sichern und ausbauen. Das neue Unternehmen mit 280 Mitarbeitern wird als eigenständige Geschäftseinheit beider Firmen unter seinem bisherigen Namen Gustafson auf dem nordamerikanischen Markt tätig werden. Die Saatgut-Beizung ist eine der umwelt- und anwenderfreundlichsten Methoden der Pflanzenschutzmittelanwendung zum Schutz vor Krankheiten und Insekten. Innerhalb des Weltmarktes für Pflanzenschutzmittel nimmt Bayer aufgrund seiner umfangreichen Wirkstoffpalette bereits heute eine führende Rolle in der Saatgutbehandlung ein. Die Synergien des Joint Ventures werden die Position von Bayer in diesem wichtigen und zukunftsträchtigen Segment des Pflanzenschutzes weiter stärken und unser Angebot an innovativen Technologien für die Saatgut-Industrie und die Landwirtschaft ausbauen, erklärte Dr. Jochen Wulff, Leiter des Bayer-Geschäftsbereiches Pflanzenschutz. Der Geschäftsbereich Pflanzenschutz der Bayer AG zählt weltweit mit einem Umsatz von 3,9 Milliarden DM (1997) und 7.400 Mitarbeitern zu den führenden Anbietern von Pflanzenschutzmitteln. Gustafson gehört zur Crompton & Knowles Corporation, Stamford (US-Bundesstaat Connecticut), einem Unternehmen der Spezialitätenchemie mit einem Jahresumsatz von 3,3 Milliarden DM und 5.500 Mitarbeitern.

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