AK Tumpel: Bessere Lernchancen durch Abbau von Schulkonflikten

Gesamteuropäische Eltern- und Schülerkonferenz Gast bei der AK Wien

Wien (OTS) - Bessere Lernchancen für Schüler durch Abbau von Konflikten in der Schule: Darüber beraten dieses Wochenende in Wien über 100 Eltern- und Schülervertreter aus ganz Europa. Veranstalter der Konferenz ist der Europäische Elternverband. Gastgeber ist die AK. Im AK Wien Bildungszentrum werden die Konferenzteilnehmer am Freitag und am Samstag neue Wege zur Lösung von Schulkonflikten beraten. Als Gastgeber begrüßt AK Präsident Herbert Tumpel das Anliegen der Konferenz: "Konflikte in der Schule beeinträchtigen die Chancen der Kinder. Die Schüler wollen Leistung bringen. Dabei müssen sie von der Schule gefördert und unterstützt werden." Auch die AK trete für sozial gerechte Förderung in der Schule ein, zum Beispiel für mehr Förderkurse, die für Eltern kostenlos sind.****

Es ist eine traurige Tatsache: In den Schulen kommt es immer öfter zu Konflikten. Eltern beschweren sich über Lehrer, Lehrer reagieren mit Klage vor Gericht- und beklagen ihrerseits, daß sich die Eltern zuwenig um die Erziehung ihrer Kinder kümmern. Leidtragende sind die Kinder: Die einen kapseln sich ab, andere werden aggressiv, allein in Österreich haben 240.000 Kinder Schulangst. Hier will die Konferenz nach Lösungen suchen, werden die Konferenzteilnehmer Erfahrungen aus den jeweiligen Ländern austauschen. Zur Debatte steht etwa der Einsatz von unparteiischen Vermittlern in der Schule - oder der Ausbau der sogenannten KoKoKo-Stunden. KoKoKo bedeutet "Kommunikation, Konfliktlösung, Kooperation": Einmal pro Woche beraten dabei Schüler und Lehrer Probleme und Konflikte.

AK Präsident Herbert Tumpel unterstützt das Anliegen der Konferenz. Europaweit verlassen bereits 12 Prozent der 15 bis 16jährige die Pflichtschule ohne Abschluß. Mit ein Grund dafür, so Tumpel, seien Konflikte in der Schule: "Wir müssen etwas tun, damit jeder Schüler eine faire und gerechte Chance auf einen positiven Abschluß hat." Deshalb fordere die AK, die Schüler müssen angstfrei lernen können. Tumpel: "Die Schüler wollen Leistung bringen. Leistung braucht Förderung. Das müssen die Schulen selbst und für die Eltern kostenlos anbieten." Sitzenbleiben sei keine Lösung. Wer in 12 von 13 Fächern positiv sei, soll mit nur einem Nichtgenügend im Zeugnis dennoch aufsteigen können.

Konkret kritisiert Tumpel die explodierenden Kosten für private Nachhilfe: "Der Erfolg eines Kindes darf nicht davon abhängen, wieviel sich die Eltern leisten können." Es sollen das ganze Jahr über Förderkurse angeboten werden, vor den Wiederholungsprüfungen soll es spezielle Vorbereitungskurse geben. Dadurch könnten arbeitslose Lehrer einen Job bekommen. Ältere Schüler sollen jüngeren helfen können. Tumpel: "Das ist fair und sozial gerecht. Und wer Hilfe bekommt, hat weniger Angst, reagiert bei Problemen nicht von vorherein mit Abkapselung oder Aggression."

Internationale Konferenz des Europäischen Elternverbands: "Wie das Verhalten die Qualität von Bildung und Erziehung beeinflußt"

Fr, 18.9.98, 9.00 - 17.00 Uhr
Sa, 19.9.98, 10.00 - 17.30 Uhr
Adolf Czettel Bildungszentrum der AK
4, Theresianumgasse 16-18

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien,
Presse Peter Mitterhuber,
Tel.: 01-501 65-3530

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/OTS