Strompreise für die Industrie müssen sinken

Kessler: Tragfähiger Kompromiß beim ElWOG darf nicht durch hohe Durchleitungsgebühren konterkariert werden

Wien (PWK) - "Bei dem im Sommer vom Nationalrat beschlossenen Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (ElWOG) handelt es sich um einen gerade noch tragbaren Kompromiss, der aber jetzt nicht durch die Hintertür mit hohen Durchleitungsgebühren oder Stranded Investments konterkariert werden darf", stellte Heinz Kessler, Obmann der Bundessektion Industrie, im Rahmen einer Sitzung der Sektionsleitung fest. ****

Die Industrie benötigt zur Standortsicherung einen preisgünstigeren Strombezug als in der Vergangenheit und ein Elektrizitätskostenniveau, das jenem der ausländischen Konkurrenz zumindest entspricht. Es ist daher zu begrüßen, so Kessler, daß die vom Wirtschaftsministerium präsentierte Expertenstudie über die Höchstspannungsebene zu einem Ergebnis kommt, mit dem es durchaus möglich sein wird, Tarifsenkungen zu erzielen.

Unverständlich sei jedoch die Reaktion der Landes-Elektrizitätsversorgungsunternehmen, die mit einer von ihnen in Auftrag gegebenen Studie gegen methodische Ansätze ankämpfen. "Es muß dabei bleiben, daß die Kosten des Verbundnetzes von allen getragen werden und daß weiters die Eigenversorger der Industrie nicht mit Netzkosten für ,Nichtbenützung" belastet werden", so der Bundessektionsobmann.

Kessler zeigte sich verwundert über die großen Unterschiede in der Tarifhöhe zwischen den einzelnen Landesgesellschaften. Vor allem für jene Fällen, in denen Industriebetriebe nur wenige Kilometer voneinander entfernt mit höchst unterschiedlichen Tarifen konfrontiert sind, fehlt jegliche Erklärung. Zugelassene Kunden auf der Mittelspannungsebene müssen in einigen Bundesländern nun sogar Preissteigerungen befürchten. "Dies kann und darf nicht das Ergebnis der langen Bemühungen zur Liberalisierung des Strommarkts sein", so Kessler.

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