Pasaport gewinnt den Österreichischen Folkförderpreis 1998

Wien (OTS) - Die Siegergruppe Pasaport erhält eine Einladung zum größten deutschen Tanz- und Folkfestival nach Rudolstadt (D) Anfang Juli 1999 sowie den "Preis der austro mechana ske fonds" in der Höhe von ÖS 20.000,--.

Am 4. September wurde im Rahmen des Halleiner Folk-Festivals zum dritten Mal der österreichische Folk-Förderpreis vergeben. Aus 40 Einsendungen waren von der Jury drei Gruppen eingeladen worden, sich "live" zu präsentieren: die türkisch-österreichische Formation Pasaport, das Crossover-Saxophon-Quartett Melo X und die junge, schräg-alpine Band Kaga.

"Pasaport" zeigte ein kompaktes Set aus drei längeren, professionell gespielten Nummern, in denen die orientalischen Elemente trotz ihrer Mischung mit westlichen Instrumentarium die Oberhand behielten. Das aus neun Musikern bestehende Ensemble besticht vor allem durch seine Vielfalt an Klangfarben und seine abwechslungsreiche, vital-stimmungsvolle Bühnenpräsenz. Auf türkischen Instrumenten wie Saz, Tulum (Dudelsack), Kaval (Hirtenflöte) oder Darabuka, einer authentisch bulgarisch gespielten Klarinette, Gesang, Gitarren und vielerlei Percussion sowie Drums, E-Baß, Keyboard und Sopransaxophon werden traditionelle Rhythmen und Liedformen mit modernen Jazzrock-Praktiken zu einer überzeugenden Mixtur integriert.

"Melo X" war eine sehr innovative Formation der heurigen Endausscheidung. Zwei Saxophonisten spielten gemeinsam mit Drums, E-Baß und Sample-Einspielungen eine an afrikanische und minimalistische Musik angelehnte, funkige und technoid-ethnische Musik. Die Ausstrahlung des interessanten Konzepts dieser hervorragenden jungen Musiker und Musikerinnen wurde beim Auftritt leider durch technische Probleme beeinträchtig und geriet etwas zu introvertiert.

"KAGA" schließlich präsentierten sieben Songs in der Besetzung Gesang, weibliche zweite Stimme, Knopfharmonika, Posaune und Schlagzeug. Alpenländische Ikonen ("In di Berg bin i gern", Zweifacher etc.) werden durch neue Texte und Konfrontationen mit Blues-, Latin.- Rock- oder Rap-Teilen zu einer "mords mostige(n) musi" aufgefrischt. Die unterhaltsame Bühnenpräsenz läßt manche Schwäche der Lieder bzw. Ihrer Ausführungen in den Hintergrund treten.

Zusammenfassend kann man sagen: Pasaport stehen für eine Weiterentwicklung ethnischer Tradionen ("Orient goes West") , MELO X für einen künstlerischen Zugriff auf ethnische Traditionen ("Hochschulkunst goes Afrika") und KAGA für ein munteres Basteln mit traditionellen und modernen Versatzstücken ("Alpenland goes Disneyland"). Demnach waren drei Prototypen dessen, was 1998 "Folk" sein kann, im Finale vertreten.

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