SJ-Chef Pichler: "Die Tabubrüche von Hans Sallmutter brechen maximal mit der Realität"!

Nicht nur die wirtschaftliche Dynamik sonder auch das Versagen der Politik und der Gewerkschaften brachten die Ellbogengesellschaft

Wien (OTS) - Der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend
Österreich, Robert Pichler, nahm heute, Freitag, zu den jüngsten Aussagen des Vorsitzenden der Gewerkschaft der Privatangestellten, Hans Sallmutter, Stellung.

"Wenn Sallmutter von einem Wertewandel in der Bevölkerung spricht, hin zu einer Ellbogengesellschaft, in der das Eigennutzdenken im Vordergrund steht, und dafür nur die wirtschaftliche Dynamik verantwortlich macht, unterschlägt er das Versagen der Politik und der Gewerkschaften", so der Vorsitzende.

"Solange sich die Gewerkschaften nur auf die Vertretung der Frauen und Männer, welche im Arbeitsprozeß stehen, konzentriert, und damit eine Solidarisierung mit den Menschen außerhalb des Arbeitsprozesses nicht zuläßt, wird es kauum zu einer Abkehr von der Ellbogengesellschaft kommen", so Pichler.

"Die Analysen einer Bildungsexplosion, welche es möglich gemacht hätte, daß heute jeder auf eine Universität gehen könnte, ist maximal ein Tabubruch mit der Realität. Denn es hat sich in den letzten 25 Jahren, was den Zugang auf Unis, aus den unterschiedlichsten Einkommensschichten der Bevölkerung kaum etwas geändert, was auch Studien des Wissenschaftsministerium belegen", so der Vorsitzende weiter.

"Und dann auch noch den Jugendlichen zu unterstellen sie wollen sich nicht an der Solidargesellschaft beteiligen, ist wohl genau die Umkehr des Täterprinzips, denn so wird von Seiten der Politik eingeräumt, diesen Beitrag einzubringen. oder geschweige denn in jungen Jahren zu erlernen", so Pichler weiter.

"Reformen im Sozialsystem sind laufend notwendig, dies ist richtig, aber hierbei ein Umdenken in der Bevölkerung zu verlangen, welches mit Leistungskürzungen oder zu einer Ellbogengesellschaft führt. Ein wirkliches Umdenken muß über die Beitragsformen hinausgehen und den Begriff der Arbeit von Grund auf neu definieren, und die damit verbundene soziale Absicherung auf neue Säulen stellen", so der Vorsitzende abschließend.

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