AK: Leistung verlangt Förderung

Unterrichtsministerin Gehrers "unverständlicher Sinneswandel"

Wien (OTS) - "Noch vor zwei Jahren hat sich doch Unterrichtsministerin Gehrer dafür ausgesprochen, daß Schüler mit einem Nichtgenügend auf Antrag der Eltern aufsteigen können. Warum ist sie jetzt dagegen?" Das fragt heute, Mittwoch, Franz Mrkvicka, Leiter des AK Bildungsbereichs, nachdem die Unterichtsministerin AK-Forderungen nach automatischem Aufsteigen mit einem Nichtgenügend und mehr Förderung für die Schüler zurückweist. Dieser Sinneswandel sei unverständlich. Mrkvicka wiederholt die AK-Forderung, den Schülern den Aufstieg zu erleichtern: Daß in der Schule Leistung verlangt (und auch erbracht ) werde, sei unbestritten. Leistung verlange aber Förderung. Wer in zwölf von dreizehn Fächern positiv abschließe, solle die nächste Klasse absolvieren können. Schließlich sei dies in vielen EU-Ländern schon lange Normalität. Statt teurer privater Nachhilfe sollen den Kindern Förderkurse während des Jahres, Vorbereitungskurse gegen Ende der Ferien und ein "Schüler-helfen-Schülern" Angebot gemacht werden. ****

Noch vor zwei Jahren schlug Unterrichtsministerin Gehrer (in Interviews mit den Salzburger Nachrichten) selbst vor, daß Schüler mit einem Nichtgenügend aufsteigen können sollen - allerdings nur auf Antrag der Eltern und nur jedes zweite Jahr. Gehrer damals:
"Prinzipiell ist eine Klasse zu wiederholen ein negatives
Erlebnis." Und: "Man soll kein ganzes Jahr wiederholen müssen,
weil man eine körperliche Entwicklungsphase hat, wo man schlecht drauf ist, oder weil in der Familie etwas Belastendes los ist." Dieses Argument sei nach wie vor richtig, so Mrkvicka: "Die Schule muß fördern statt auslesen. Notwendig sind gemeinsame Anstrengungen, damit weniger Schüler sitzenbleiben müssen."

Deshalb fordere die AK ja zusätzlich zum automatischen Aufsteigen mit einem Nichtgenügend: Die Schulen sollen selbst Nachhilfe anbieten, die für die Eltern kostenlos ist:

- in Vorbereitungskursen gegen Ende der Ferien,

- in Tutorien, in denen ältere Schüler jüngeren helfen,

- und in Förderkursen, die das ganze Jahr über gehalten werden, und in denen arbeitslose Lehrer Beschäftigung finden können.

- Das Frühwarnsystem, das mit Beginn des zweiten Semesters anläuft und den betroffenen Schüklern und ihre Eltern einschließt, soll verpflichtend werden.

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