Peymann kritisiert Salzburger Festspiele "Stehe mit meiner Meinung in einer Reihe mit den Konservativen"

Claus Peymann, mit Saisonende scheidender Burgtheaterdirektor, übt in einem Interview für die morgen erscheinende Ausgabe des Wochenmagazins NEWS Kritik an den Salzburger Festspielen

Wien (OTS) - Allgemein beanstandet er im NEWS-Interview, daß die meisten Produktionen schon auswärtige Aufführungsserien hinter sich hätten: "Salzburg hat keine Originalsprache mehr. Ich stehe mit meiner Meinung überraschend in einer Reihe mit den Konservativen. Ich habe ein anderes Salzburg in Erinnerung. Meine Bernhard-Uraufführungen oder die Uraufführung von Handkes "Über die Dörfer" waren originäres Salzburger Theater. Heute lädt dort jeder sein Häufchen ab und fliegt weiter. Deshalb bin ich der Meinung, daß Managerdirektionen nicht ideal sind."

Peymann via NEWS en detail zu Salzburg: "Ein Eitelkeitenmarkt, in dem man als Regisseur zu einer "Mahagonny"-Aufführung verführt wird, die nichts ist als leere Opernfassade, das hätte sich Zadek in Wien nie erlaubt." Und: "Ich sah im Theaterbereich bloß eine ordentliche Jelinek-Aufführung, "Danton" war für mich eine Naturkatastrophe:
Wilson hat von Büchner nichts verstanden, und "Troilus und Cressida" wäre an unserem Theater so nicht zur Premiere gekommen."

Peymann übt im NEWS-Interview auch Kritik an der Bestellung der neuen Bundestheater-Geschäftsführer: "Ich wundere mich, wie der Steuerzhahler es hinnimmt, daß um diese Posten eine riesige internationale Ausschreibungskampagne entfesselt wird, und dann werden es die Leute, die schon im Vorzimmer sitzen."

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