Thoma: Im TV-Wettbewerb entscheiden die Inhalte

Chance für europäisches TV: der kleinste gemeinsame Nenner; Computer und Internet - keine ernsthaften TV-Konkurrenten

PWK - Europa sollte sich stärker von der Übermacht der USA auf dem Fernsehmarkt befreien, forderte der scheidende RTL-Geschäftsführer ****

Helmut Thoma bei einem Vortrag vor dem Club Internationale Wirtschaft in Wien. Ein "europäisches" Fernsehen werde sich allerdings nur dann durchsetzen, wenn es auf die Erfolgrezepte der USA zurückgreift: mehr Wirtschaftlichkeit durch die Produktion von kostengünstigen Programmen mit Massenattraktivität.

Die Chancen für die europäische TV-Industrie lägen beim "kleinsten gemeinsamen Nenner", sagte Thoma. Man muß trachten, die Grenzen in Europa zu überwinden, und mehr Gemeinsames entwickeln. Derzeit würden immer noch zu viele Produktionen gefördert, die nur eine geringe Zuschauerzahl interessieren.

Die USA verlieren langsam ihre weltweite Vormachtstellung im TV-Export, weil sie zu teuer geworden sind, konstatierte Thoma. Japan sei es gelungen, sein Fernsehen weitgehend zu "japanisieren". Lateinamerikanische Stationen würden den USA bereits weltweit Konkurrenz bieten, wie die Exporterfolge der brasilianischen "Telenovelas" zeigen.

Die Digitalisierung der TV-Übertragung werde technische Verbesserungen und Ergänzungen bringen, aber keine Änderungen in den Inhalten, ist Thoma überzeugt. Auch die Anzahl der Programme werde sich dadurch nicht wesentlich erhöhen. Die Pro-Kopf-Dichte der TV-Programme in Deutschland sei bereits jetzt so hoch wie in den USA.

Entscheidend für den TV-Wettbewerb sei der Inhalt.

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