Bis zum letzten Fisch

Internationale Subventionen fördern Raubbau an den Fischbeständen

Wien (OTS), Der World Wide Fund For Nature (WWF) präsentiert eine neue Studie "The Footprint of Distant Water Fleets on World Fisheries" zu den Auswirkungen der Hochseefischerei. Die Expansionsbestrebungen der internationalen Fischereiflotten, durch die massiven staatlichen Subventionen gefördert, gehen zu Lasten der Fischereiwirtschaft in den Entwicklungsländern und gefährden weltweit die Fischbestände. Rund 60% aller kommerziell verwertbaren Fischbestände sind überfischt.

Seit dem 2. Weltkrieg wurden die Hochseefischereiflotten durch staatliche Subventionen und die wachsenden Märkte für Gefrierfisch stark gefördert. Ihre Kapazitäten sind rund doppelt so groß, wie für eine nachhaltige Nutzung der weltweiten Fischbestände notwendig. Die Deklaration der 200 Meilen-Zone durch die meisten Küstenstaaten macht es den Fischereiflotten immer schwerer neue Fischgründe zu erschließen. Sie weichen auf die hohe See aus, oder erkaufen sich den Zugang zu den fischreichen Küstengewässern der Entwicklungsländer.

"Die Hochseefischerei gefährdet den Fortbestand der weltweiten Fischerei", zeigt sich Michael Sutton, Direktor der WWF Kampagne zum Schutz der Meere, besorgt. "Die Flotten sind das Produkt einer überdimensionierten Fischereiindustrie und der staatlichen Subventionen."

Die größten Fischereinationen, China, Japan, USA, die Russische Föderation, Norwegen, Korea und die Europäische Union, subventionieren ihre Flotten mit 15 bis 50 Milliarden US $ jährlich. Allein die Europäische Union wendet pro Jahr rund 320 Million US $ für Fischereirecht in außereuropäischen Staaten auf.

Besonders in Entwicklungsländern sind die ausländischen Flotten den einheimischen Fischern überlegen und gefährden damit nicht nur die lokalen Fischbestände sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung der Küstenstaaten. Die Zahlungen an die Küstenstaaten kompensiert oft nicht einmal den ökologischen und ökonomischen Schaden der dabei entsteht.

Noch schwieriger wird die Situation auf hoher See. So wurden in den letzten Jahren reiche Bestände des atlantischen Dorsch in den Gewässern der Antarktis geplündert. Durch die Entlegenheit des Gebiets können die internationalen Fischereiflotten nahezu ungehindert agieren.

Der WWF fordert nun die drastische Verkleinerung der Fischereiflotten, die Reduktion der Subventionen an die Fischereiindustrie und die verschärfte Kontrolle der Aktivitäten der verbleibenden Flotten.

Die Living Planet Campaign

Der Schutz der natürlichen Ressourcen ist eines der zentralen Anliegen der Living Planet Campaign der WWF. Es gilt die wirtschaftliche Nutzung und die Konsumgewohnheiten nachhaltig zu verändern, um den Reichtum der Erde für das 21. Jahrhundert zu bewahren.

Um den Konsumenten die Wahl zwischen Fisch aus unkontrolliertem Raubbau und solchem aus nachhaltig genutzten Fischbeständen zu ermöglichen, hat der WWF mit Vertretern von Industrie und anderen Partnern das "Marine Stewardship Council"(MSC) eingerichtet, das als unabhängige, nicht gewinnorientierte Organisation, jenen Fischereiprodukten ihr Gütesiegel verleiht, die aus kontrollierten, gesicherten Beständen und mit umweltverträglichen, schonenden Fangmethoden gewonnen werden.

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Veronika Graf
Tel.: (01) 488 17 - 243

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