VA TECHNOLOGIE AG: Halbjahresergebnisse 1998 1.Teil

Wien (OTS) - o Auftragseingang plus 16 Prozent, Schwerpunkte in Europa und Amerika

o Betriebsleistung plus 14 Prozent, Umsatz plus 19 Prozent
o EGT plus 8 Prozent, Jahresüberschuß plus 3 Prozent
o Auftragsstand auf Höchstwert von ATS 94,9 Mrd

o Weitere Restrukturierungen im konventionellen thermischen Kraftwerksbau und

Rohrleitungsbau, gute Geschäftsentwicklung in allen anderen Bereichen

o Keine Auswirkungen der Rußlandkrise auf den Konzern
o Erwartungen für 1998: Moderates Wachstum im Auftragseingang, flache Ergebnisentwicklung, steigende Dividende

Die börsenotierte VA Technologie AG (VA TECH), der global tätige Technologiekonzern mit Sitz in Österreich, verzeichnete im ersten Halbjahr 1998 trotz Asienkrise zweistelliges Wachstum in Auftragseingang, Umsatz und Betriebsleistung. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) wuchs um 8%, der Überschuß zum Halbjahr war um 3% höher als in der Vorjahresperiode.

Die ersten sechs Monate des Jahres 1998 waren gekennzeichnet von einem starken Wachstum im Auftragseingang des Konzernbereiches Metallurgietechnik. Der Geschäftsverlauf in den Konzernbereichen Energie- und Umwelttechnik sowie Anlagentechnik und Dienstleistungen war zufriedenstellend, mit Ausnahme der konventionellen thermischen Kraftwerkstechnik und dem Rohrleitungsbau.

"Aus heutiger Sicht kann der reduzierte Auftragseingang aus Südostasien durch Aufträge aus den europäischen und amerikanischen Märkten kompensiert werden. Die Rußlandkrise hat keine Auswirkungen auf den Konzern", erklärte heute der Vorstandsvorsitzende der VA Technologie AG, Othmar Pühringer, anläßlich der Präsentation der Halbjahres-Ergebnisse 1998.

Für das Gesamtjahr 1998 erwartet die VA TECH moderates Wachstum im Auftragseingang, eine flache Ergebnisentwicklung sowie eine steigende Dividende.

Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 1998

Umsatz und Betriebsleistung

Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres stieg der konsolidierte Konzernumsatz im ersten Halbjahr 1998 um 19% von ATS 11,5 Mrd (1. Halbjahr 1997) auf ATS 13,7 Mrd. Die Betriebsleistung

(Umsatz plus Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen) verbesserte sich um 14% von ATS 17,6 Mrd (1. Halbjahr 1997) auf ATS 20 Mrd.

Ergebnis

Das EGT erhöhte sich von ATS 504 Mio (1. Halbjahr 1997) auf ATS 543 Mio in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Der Jahresüberschuß stieg im selben Zeitraum von ATS 406 Mio (1. Halbjahr 1997) auf ATS 419 Mio.

Zum 30. Juni 1998 beschäftigte die VA TECH 17.757 Mitarbeiter (30. Juni 1997: 16.451). Die Steigerung um 8% ist bedingt durch eine Erweiterung des Konsolidierungskreises um akquirierte Unternehmen.

Auftragseingang: Wachstumsschwerpunkte Westeuropa, Nord- und Südamerika

Der Auftragseingang des VA TECH-Konzerns im ersten Halbjahr 1998 betrug ATS 22,3 Mrd und lag somit trotz der Nachfrageschwäche aus einigen Ländern Asiens um 16% über dem Wert des Vergleichszeitraumes 1997 (ATS 19,2 Mrd). Auf die Metallurgietechnik entfielen rund 30% (nach 30% im 1. Halbjahr 1997) des Auftragseinganges, auf die Energie- und Umwelttechnik 38% (nach 37%) und auf den Bereich Anlagentechnik und Dienstleistungen 32% (nach 33%).

In der regionalen Betrachtung des Auftragseinganges lagen die Schwerpunkte in Westeuropa (52% inklusive Österreich mit 19%) sowie in Nord- und Südamerika (24%). Aus der Region Asien/Pazifik und aus dem Nahen/Mittleren Osten/Nordafrika kamen jeweils 5% der neuen Aufträge, aus Afrika/Sonstige 1%.

13% des Auftragseinganges im ersten Halbjahr 1998 kamen aus den Reformländern inklusive GUS (Rußland, Weißrußland, Ukraine). Der Auftragseingang aus Rußland betrug im ersten Halbjahr 1998 ATS 73 Mio gegenüber ATS 124 Mio im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Rund 75% des Auftragseinganges werden in Währungen des EURO-Blocks abgerechnet, 21% in US-Dollar. Alle Fremdwährungspositionen sind gegen Kursschwankungen abgesichert.

Auftragsstand um 8% höher

Der Auftragsstand des VA TECH-Konzerns per 30. Juni 1998 stieg gegenüber dem Halbjahreswert 1997 um 8% auf den bisherigen Höchstwert von ATS 94,9 Mrd.

Der Anteil Rußlands am Auftragsstand lag mit Ende Juni 1998 bei rund 2%. Dies und der seit Jahren geringe Auftragseingang aus Rußland haben zur Folge, daß die gegenwärtige Krise in Rußland keine Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf hat. Die VA TECH hat keine Verträge auf Rubelbasis in ihren Büchern. Sämtliche Geschäfte in Rußland werden bereits seit geraumer Zeit auf "Stop and Go"-Basis (Leistung nach Zahlungseingang) getätigt.

Eigenkapital und Bruttoliquidität

Die Eigenkapitalquote des Konzerns lag unverändert bei 18%.

Die Brutto-Liquidität betrug per 31.7.98 ATS 21,8 Mrd (31.12.97:
ATS 22,0 Mrd).

Entwicklung in den Konzernbereichen

Metallurgietechnik

Die Metallurgietechnik konnte ein erfreuliches erstes Halbjahr 1998 verzeichnen. Die Betriebsleistung verbesserte sich gegenüber dem Vorjahres-Zeitraum um 27% auf ATS 7 Mrd, das EGT stieg von ATS 351 Mio in der Vorjahresperiode auf ATS 855 Mio. Der Umsatz lag mit ATS 2,7 Mrd abrechnungsbedingt um 7% unter dem Wert des ersten Halbjahres 1997.

Der Auftragseingang stieg gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 15% auf ATS 6,7 Mrd. 62% des Auftragseinganges kamen aus Nord- und Südamerika. Darunter sind Aufträge für eine FINMET Feinerz-Direktreduktionsanlage in Venezuela, ein Kaltwalzwerk in den USA sowie eine Stranggießanlage in Mexiko. Weitere wichtige Aufträge zur Errichtung einer Stranggießanlage und eines Elektro-lichtbogenofens kamen aus China. Der Auftragsstand erhöhte sich um 15% auf ATS 37,4 Mrd.

In der Metallurgietechnik entwickelt sich die Automation von Verfahren und Anlagen zunehmend zur Schlüsseltechnologie. Diesem Umstand wurde durch die Akquisition des US-Unternehmens Digital Interface Systems (Umsatz: ATS 100 Mio, 60 Mitarbeiter) zur weiteren Forcierung des Wachstumsbereiches Automation Rechnung getragen.

Energie- und Umwelttechnik

In der Energie- und Umwelttechnik entwickelten sich die Bereiche Hydraulische Energieerzeugung, Gaskombikraftwerke, Energieverteilung und Umwelttechnik zufriedenstellend. Diese Bereiche zusammen erzielten im ersten Halbjahr 1998 ein EGT von ATS 260 Mio.

In der konventionellen thermischen Kraftwerkstechnik kam es zu Ergebnisverschlechterungen und Markteinbrüchen, die verstärkte Restrukturierungsmaßnahmen erforderlich machen. Das EGT in der konventionellen thermischen Kraftwerkstechnik im ersten Halbjahr 1998 betrug ATS -447 Mio, die außerordentlichen Aufwendungen für Restrukturierungen lagen bei ATS 57 Mio.

Zu den eingeleiteten Maßnahmen gehören die Fixkostenreduktion in der AUSTRIAN ENERGY um 30%, die Schließung der Kesselfertigung in Graz, die Fokussierung der Produkt- und Marktstrategie, die Stabilisierung der Verlustprojekte sowie das Reengineering aller Leistungsprozesse.

Der Umsatz der Energie- und Umwelttechnik erhöhte sich im 1. Halbjahr 1998 um 27% auf ATS 5,6 Mrd, die Betriebsleistung stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5% auf ATS 6,6 Mrd. Das EGT des gesamten Konzernbereiches sank im Vergleich zum Vorjahreswert von ATS 102 Mio auf ATS -187 Mio.

Der Auftragseingang des ersten Halbjahres 1998 lag mit ATS 8,4 Mrd um 20% über dem Vergleichswert des Vorjahres. Der größte Teil der Aufträge kam aus Westeuropa (41%) sowie aus den Reformländern (30%). Aus Rußland wurden keine Aufträge hereingenommen.

Der Auftragsstand stieg um 6% auf ATS 45 Mrd. Die Aufträge zur Errichtung der Kraftwerke Kulim/Malaysia (ATS 4,3 Mrd) und Asahan/Indonesien (ATS 700 Mio) sind nach wie vor in Kraft, die Arbeiten sind weiterhin auf Wunsch des Kunden ausgesetzt. Die Arbeiten an den übrigen bestehenden Aufträgen aus Asien/Pazifik laufen planmäßig.
(Forts)

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