Wirtschaft warnt vor ständigem Abbau der Leistungsanforderung

Maximale Förderung, aber auch Leistungsbeurteilung notwendig Schule versagt bei Problemjugendlichen

Wien (PWK) - Wem die traurigen Ergebnisse der letzten Untersuchung des ibw - Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft über die mangelhaften Kulturtechniken von Pflichtschulabsolventen nicht ausreichen, braucht sich nur mit jenen Jugendlichen beschäftigen, die mangels Lehrvertragsreife keinen Lehrplatz finden. Alle diese Jugendlichen haben die Pflichtschule absolviert und haben dennoch nicht jenes Minimum an Beherrschung der Kulturtechniken erreicht, das Berufsausbildungsfähigkeit ermöglicht. ****

"Hier handelt es sich um ein eindeutiges Versagen der Pflichtschule,

das schon bei der Volksschule beginnt und durch ständige Senkung der Leistungsanforderungen in Volks- und Hauptschule auch nicht besser wird", stellt Georg Piskaty, Leiter der Gruppe Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, fest. Der Hinweis von Frau Bundesministerin Gehrer, daß mittlerweile auch weniger begabte Jugendliche in die Lehre streben, ist nur eine Seite der Medaille. Die zweite Seite spiegelt schon ein Versagen der Schule wider, die vor allem das Einüben des durchgenommenen Stoffes seit Jahren sträflich vernachlässigt.

Nicht der Abbau von Leistungsanforderungen, von Noten und Zeugnissen, wie es jüngst der Präsident der Bundesarbeitskammer forderte, sind Heilmittel dagegen, sondern eine klare neue Prioritätensetzung in der Schule, welche die Wirtschaft fordert. "Schulzeugnisse dürfen keine Schimäre mehr sein, mit denen eklatantes Versagen kaschiert wird", so Piskaty. Dies ist beispielsweise bei einem sogenannten positiven Hauptschulabschluß in der 3. Leistungsgruppe der Fall. Im traditionellen Benotungssystem wären das glatte "Nichtgenügend". Hier wird einer mit pädagogischen Spitzfindigkeiten nicht vertrauten Öffentlichkeit "Sand in die Augen gestreut".

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Dr. Georg Piskaty

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