Wirtschaftskammer hofft nun auf Preissenkungen für die Betriebe

Teufelsbauer: Preissenkung unterm Strich ist für uns das wichtigste Kriterium

Wien (PWK) - Wirtschaftsminister Farnleitner hat heute die beiden Studien zur Festlegung der Durchleitungsgebühren im österreichischen Stromnetz und zur Berechnung der "stranded investments" der Öffentlichkeit vorgestellt. "Für uns ist hauptsächlich interessant, was unter dem Strich herauskommt", so der Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich, Werner Teufelsbauer. ****

Durchleitungsgebühren in der Höhe von 8 g/kWh wie in Niederösterreich für die Großindustrie sind hoch, aber sie erlauben dennoch, daß sie mit Preissenkungen aufgrund des kommenden Wettbewerbs rechnen kann. Sollten die Gebühren in anderen Bundesländern merkbar höher sein, wird zu prüfen sein, ob der Wettbewerb dann noch wirken kann. Problematisch hingegen sind die Gebühren für etwas kleinere zugelassene Kunden, die gemäß der Gutachten erheblich höher sein werden. "Wir werden uns natürlich die vorgelegten Gutachten genau anschauen. Wichtig ist, daß dies lediglich der Ausgangspunkt für eine Entwicklung der Netztarife über die nächsten Jahre ist. Und diese Entwicklung muß eindeutig nach unten gehen, wenn man internationale Vergleichswerte berücksichtigt, die teilweise bei 30 Prozent bis 50 Prozent des österreichischen Wertes liegen." Die Wirtschaftskammer wird daher im Rahmen des Elektrizitätsbeirates für ein sogenanntes Price-Cap Verfahren im Durchleitungsbereich eintreten. Dabei wird den Netzbetreibern eine jährliche Produktivitätssteigerung vorgeschrieben. Als Anreiz dürfen darüber hinaus gehende Effizienzsteigerungen vom Netzbetreiber lukriert werden. Die Wirtschaftskammer begrüßt, daß die von den Gutachtern ermittelten "stranded investments" nun endlich eine realistischere Größe erreicht haben. Nicht zuletzt der intensive Einsatz der Wirtschaftskammer hat dazu geführt, daß nicht mehr von 35 Mrd Schilling gesprochen wird, sondern "nur" noch von 8,7 Mrd, was verteilt über 10 Jahre bedeutet, daß die österreichische Wirtschaft einen Beitrag zur Erhaltung der umweltfreundlichen Wasserkraft in der Höhe von 870 Mio Schilling pro Jahr leisten würde. Die Gutachter gehen davon aus, daß alle EVU, ausgenommen der Verbundgesellschaft, ihre unrentablen Projekte aus eigenen Reserven verkraften können. Die angegebene Summe ist aber sicherlich nur eine Obergrenze für jenen Betrag, der wirklich abgegolten wird. Die weiteren Gespräche müssen noch klären, welcher Teil der Belastung von der Verbundgesellschaft selbst getragen werden kann.

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Prof. Dr. Werner Teufelsbauer

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