Bäcker protestieren gegen Wettbewerbsverzerrung durch Anker-Brot

Tausende Arbeitsplätze im Bäckergewerbe gefährdet Schlechte Ertragslage der Branche wird noch verstärkt

Wien (PWK) - Die Meldung, daß eine 90 Mio-Schilling-Förderung für die Anker Brot AG nunmehr von österreichischer Seite fix sein soll, stößt beim Bäcker- und Konditorgewerbe auf größtes Unverständnis. 80 % der Produktion liegt bei handwerklichen Klein- und Mittelbetrieben. Eine einseitige Förderung wäre eine eklatante Wettbewerbsverzerrung und würde tausende Arbeitsplätze im Gewerbe vernichten, heißt es in einer Aussendung der zuständigen Bundesinnung in der Wirtschaftskammer Österreich. ****

Bereits Anfang Juli hat die Bundesinnung Sozialministerin Lore Hostasch nach ersten Pressemitteilungen über einen Antrag Ankers auf ein Darlehen in der Höhe von 90 Mio-Schilling für ein Restrukturierungsprogramm schriftlich über die Marktverhältnisse informiert. Die Ministerin hat daraufhin am 17. August bekanntgegeben, daß noch keine konkreten Ergebnisse vorliegen, die für eine Entscheidung über ein Förderungsbegehren nach dem Arbeitsmarktförderungsgesetz ausschlaggebend sind. Weiters wäre eine Notifizierung bei der Europäischen Kommission - Wettbewerbsbehörde -notwendig.

Die Bäcker und Konditoren protestieren dagegen, daß nunmehr plötzlich ohne Befassung der zuständigen Fachorganisationen der Wirtschaftskammer eine Entscheidung gefallen sein soll.

Ankerbrot hat von Jänner 1997 bis März 1998 415 Arbeitskräfte -das sind 21 % der Beschäftigten - abgebaut. Die gewerblichen Backwarenerzeuger halten ihren Beschäftigtenstand mit rund 30.000 Arbeitnehmern seit Jahren konstant.

Das Erweiterungs-Investitionsprogramm Ankers sieht die Schaffung von 25 neuen Filialen in Österreich vor. Durch Wettbewerbsverschiebungen wird die ohnehin schon schlechte Ertragslage der Bäcker und Konditoren noch verstärkt und bundesweit Arbeitsplätze gefährdet. Mit einer öffentlichen Förderung aus Steuergeldern für die 2.700 Anker-Beschäftigten werden weit mehr Arbeitsplätze im Backwarenbereich in ganz Österreich vernichtet.

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Robert Skoumal
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Bundesinnung der Bäcker und Konditoren

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