Gehrer: Keine Angst vor dem Nachzipf Schulpsychologen geben Tipps

Wien (OTS) Rund 40.000 bis 45.000 Schülerinnen und Schülern mit "Nachzipf" steht in den nächsten Tagen die Wiederholungsprüfung bevor. Die Prüfungen finden in Wien, Niederösterreich und Burgenland am Montag und Dienstag statt, in den übrigen Bundesländern am 14. und 15. September. "Ein Nachzipf ist auch
eine Chance. Ein wenig Aufregung ist ganz gut, weil damit auch die Konzentration besser ist. Wichtig ist vor allem, dass die Eltern ihren Kindern sagen, dass sie sie auf jeden Fall lieben – egal wie die Wiederholungsprüfung ausfällt. Es gibt immer einen Weg. Im österreichischen Schulsystem gibt es keine Einbahnstraße, sondern viele Möglichkeiten", rät Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer den Schülern und Eltern. ****

Die Experten der Schulpsychologie im Unterrichtsministerium haben für die Prüfungskandidaten und Eltern Ratschläge und Informationen ausgearbeitet:

* Etwas Aufregung? Ja bitte!
Mit jeder Prüfung verbindet sich eine gewisse Spannung und Aufregung. Je mehr man diesen Zustand als natürlich empfindet, desto besser kann man die Nervosität akzeptieren. Abge-sehen
davon: Eine gewisse Anspannung erhöht die Leistungsfähigkeit. Nur übertriebene Angst lähmt und blockiert. Muss man so viel Angst haben? Nein, denn:

* Die Schule hat keine Bildungssackgasse!
Panikhandlungen kommen dadurch zu Stande, dass ein scheinbar unbewältigbares Hindernis vor uns steht. Deshalb soll man sich schon vorher überlegen: Was ist, wenn die Prüfung nicht klappt? Im einen Fall wird dadurch leider eine Wiederholung der Klasse notwendig, im ande-ren Fall ist das Aufsteigen trotzdem, wenn auch mit einem schlechteren Zeugnis, möglich. Aber: Es geht nie um ein "entweder die Prüfung bestehen, oder ist alles aus", sondern nur darum: "Wie schaut der weitere Bildungsweg aus?" Die Schule hat keine Bildungssack-gassen. Es gibt immer einen weiteren Weg!

* Gemocht werden ist kein Prüfungsergebnis!
Jedes Kind sollte wissen, dass es unabhängig von Noten und Leistungen von den Eltern ge-liebt wird. Es ist besonders vor entscheidenden Prüfungen wichtig zu wissen, dass Noten Leistungen bewerten, nicht aber, ob man liebenswert ist!

  • Sportlich-olympisch denken: Der Einsatz zählt! Der Erfolg bei der Prüfung darf nicht alleiniger Maßstab sein. Auch beim olympischen Den-ken zählt nicht nur der Erfolg, sondern auch die Anstrengung und der Einsatz.
  • Ausreichend Energie tanken Eine anstrengende Prüfung bedeutet auch einen ungeheuren Energieverbrauch. Deshalb für Energiereserven sorgen: Ausreichend schlafen, ein energiespendendes Frühstück, kleine "seelische Bonbons" (Beschäftigungen, die uns in eine positive Stimmung bringen).

* Die richtige Taktik für die "Startbox"!
Vor einer Prüfung soll man nichts mehr Neues lernen. Besser ist
es, "den Motor aufzuwär-men", d.h. kurz noch einmal den Stoff durchblättern, ohne sich noch etwas Nichtgelerntes einprägen zu wollen..

* Abdampfen- aber nicht abdämpfen!
Zu viel Aufregung setzt den ganzen Körper in Spannung! Daher rechtzeitig den Energieüber-schuss durch Kniebeugen, Liegestützübungen, Joggen am Stand usw. abführen. Während der Prüfung hilft ruhiges, tiefes Durchatmen.
Zur erfolgreichen Prüfungsbewältigung gehört ein bestimmtes Aktivierungsniveau. Daher im Normalfall keine Beruhigungsmittel!
Sie reduzieren nicht nur die Angst, sondern auch die für eine bestimmte Leistung natürliche Spannkraft und Aufmerksamkeit!

* Mut machen!
Die Eltern sollen ihre Kinder an frühere Problemsituationen erinnern, die sie erfolgreich be-wältigt haben. Es kann den
Kindern auch helfen, wenn die Eltern zugeben, dass sie auch schon öfters Prüfungsangst hatten. Aber wenn man sich bemüht, dann ist Erfolg wahrschein-licher als Misserfolg. Deshalb nicht schon
vorher "Katastrophen ausmalen". Immer mit einer gewissen
Zuversicht die Dinge an sich herankommen lassen.
(Schluss)

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Mag. Elisabeth Halvax,
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