EU-Umweltinstitut spielt aktive Rolle bei Umsetzung und Überwachung von Unionspolitiken

Jahresbericht 1997 soeben erschienen

Wien (OTS) - Das Umweltinstitut der Europäischen Kommission mit Sitz im norditalienischen Ispra hat auch im vergangenen Jahr seine Tätigkeit schwerpunktmäßig auf die wissenschaftliche und technische Hilfestellung bei der Fortentwicklung, Umsetzung und Überwachung der Umwelt- und Verbraucherschutzpolitik der Union ausgerichtet.

Rund 30 Prozent der Aktivitäten entfielen im Vorjahr auf Forschungsaufträge im Bereich des Klima-, Wasser- und Bodenschutzes (u.a. zur Überwachung der Ökosysteme von Tropenwäldern) und zur Entwicklung von Prüfverfahren bei Lebensmitteln. Das Institut mit seinen 272 Mitarbeitern, darunter 121 Wissenschaftlern, wurde im letzten Jahr mit 46 Millionen Ecu (634 Millionen Schilling) aus dem EU-Budget finanziert. Diese Angaben sind dem Tätigkeitsbericht 1997 des Umweltinstitutes entnommen, der soeben erschienen ist.****

Das 1988 gegründete Umweltinstitut ist eines von sieben wissenschaftlich-technischen Forschungslabors, die zu der "Gemeinsamen Forschungsstelle" der Europäischen Kommission gehören. Die Forschungsaktivitäten des Umweltinstituts konzentrierten sich 1997 auf die Koordinierung europäischer Projekte, die einen Beitrag zu bedeutenden internationalen Umweltprogrammen wie dem International Geosphere Programme, der International Global Atmospheric Chemistry und dem EUREKA-Programm leisteten. Das Institut entwickelte auch ein Projekt über biogene Emissionen der Vegetation und Ozonbildung im Mittelmeerraum. Weitere Projekte befassten sich mit den Auswirkungen der Aerosolbelastung und der mikrobiellen und chemischen Wasserverschmutzung auf die menschliche Gesundheit. Das Umweltinstitut führte auch Auftragsarbeiten für externe Partner zur Charakterisierung verseuchter Industriestandorte sowie Umweltverträglichkeitsprüfungen für regionale Behörden durch.

Das Umweltinstitut unterstützte auch 1997 mehrere Dienststellen der Europäischen Kommission bei der Ausarbeitung, Umsetzung und Erfolgskontrolle von EU-Politiken. So leistete es im vergangenen Jahr technische und wissenschaftliche Hilfestellung im Zusammenhang mit EU-Richtlinien zur Überwachung von Chemikalien und der Luftqualität. Darüber hinaus koordinierte das Umweltinstitut das in der Konvention zum Schutz der Alpen vereinbarte Beobachtungs- und Informationssystem (Alpenobservatorium). Das Institut entwickelte ferner im Auftrag der Europäischen Umweltagentur neue Meßverfahren und Meßgeräte, mit denen die Einhaltung von EU-Richtlinien überwacht werden soll.

Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) wurde errichtet auf der Grundlage des EURATOM-Vertrages. Ihr wurde ursprünglich die Aufgabe übertragen, die für die industrielle Nutzung der Kernenergie erforderlichen Kenntnisse und Techniken zu erarbeiten und weiterzuentwickeln. Anfang der siebziger Jahre konzentrierte sich die GFS auf Fragen der Reaktorsicherheit und dehnte gleichzeitig ihre Tätigkeiten auf andere Bereiche aus. Sie besteht aus sieben Instituten, die sich auf Standorte in fünf Mitgliedstaaten verteilen:
Institut für Referenzmaterialien und -messungen (Geel/Belgien); Institut für Transurane (Karlsruhe); Institut für fortgeschrittene Werkstoffe (Petten/Niederlande und Ispra/Italien); Institut für Systemtechnik, Informatik und Sicherheitsfragen (Ispra); Institut für Umwelt (Ispra); Institut für Weltraumanwendungen (Ispra) und Institut für technologische Zukunftsforschung in Sevilla.

Ende 1997 waren 2092 Personen bei der GSF beschäftigt. Hinzu kamen 148 Gastwissenschaftler und Stipendiaten. Ihr Geamtbudget belief sich im vergangenen Jahr auf 291 Millionen Ecu (ca. 4 Milliarden Schilling).

Der Jahresbericht 1997 des Umweltinstituts ist über die Internet-Adresse http://www.ei.jrc.it abrufbar. Auch die Gemeinsame Forschungsstelle hat ihren Jahresbericht 1997, der Auskunft über die Aktivitäten aller sieben Forschungsinstitute im letzten Jahr gibt, Ende Juli 1998 vorgelegt.

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