Verhinderung von Nuklearschmuggel: Das Österreichische Forschungszentrum Seibersdorf stellt sich einem internationalen Vergleichstest von Testlabors

Wien (OTS) - Um dem illegalen Handel mit nuklearem Material
Einhalt zu gebieten, sollen nur die besten Analyselabors die bei Aufgriffen von unbekannten radioaktiven oder spaltbaren Materialien erforderlichen Untersuchungen vornehmen dürfen. Vor diesem Hintergrund nimmt das Österreichische Forschungszentrum Seibersdorf an einem von der EU initiierten internationalen Vergleichstest teil. Das Forschungszentrum Seibersdorf mißt sich dabei mit weiteren fünf renommierten Instituten von Weltruf, darunter das Lawrence Livermore Laboratory in den USA, das Centre de Valduc in Frankreich oder das Transuranium Institut in Karlsruhe, Deutschland. Dr. Konrad Mück, Experte für Fragen der Nuklearen Sicherheit und Bevölkerungsschutz des Forschungszentrums Seibersdorf, dazu: ,,Es ist eine hohe Auszeichnung für uns, als Testteilnehmer ausgewählt worden zu sein. Gleichzeitig ist dies ein Beweis für unsere anerkannte Kompetenz, die wir durch die Übernahme auch von internationalen Tätigkeiten auf diesem Gebiet erworben haben."

Ziel des in Österreich mit der Testdurchführung betrauten Bundeskanzleramts ist die Überprüfung der Fähigkeit der Labors, Nuklearmaterial in Hinblick auf das Gefährdungspotential, die Zusammensetzung, das Alter und die Herkunft des Materials zu untersuchen. Damit und mit einer Reihe weiterer forensischer Informationen sollen den Exekutivorganen Hinweise übermögliche Verbreitungskanäle zur weiteren Täterverfolgung gegeben werden. Als weiteres Testziel soll auch die Zusammenarbeit des Analyselabors mit denzuständigen Behörden und - in erster Linie die Einsatzgruppe zur Bekämpfung desTerrors (EBT) und die Zollfahndung - überprüft werden.

Als Testaufgabe lieferte EURATOM radioaktives Material, das entsprechend der Übungsannahme von Zollbeamten am Flughafen Schwechat,"sichergestellt" wurde. Diese alarmierten entsprechend dem Einsatzplan unverzüglich die EBT-Spezialisten, die nach einer Erstkontrolle die Überführung der Probe ins Forschungszentrum Seibersdorf zur weiteren Untersuchung veranlaßten.

Daß gerade Österreich als kleines Land mit einem hochqualifiziertem Labor, wie es das ARC (Austrian Research Centers) Seibersdorf darstellt, an diesem Vergleichstest teilnimmt, hat mehrere Gründe:

* Österreich hat größtes Interesse, daß es zu keinerWeiterverbreitung

von Kernwaffen kommt; einen wichtigen Beitrag dazu liefert dieVerhinderung von Schmuggel von spaltbarem Material.
* Österreich hat als Schengen-Land mit einer langen Außengrenze zu

Nicht-Schengen-Staaten besondere Verpflichtungen bei der Verhinderung von Nuklearschmuggel.
* Durch die Kooperation mit EURATOM, die in der EU u. a. die

Aufgabe der Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen wahrnimmt und in die Bekämpfung des illegalen Nuklearhandels eingebunden ist, leistet Österreich einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit
in Mitteleuropa.
* Das Forschungszentrum Seibersdorf ist eines der Speziallabors

der Safeguardskontrolle der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien. Durch die enge Zusammenarbeit mit der IAEA wird ein wichtiger Beitrag zur Verhinderung der Abzweigung von Spaltmaterial für
die Kernwaffenerzeugung wie auch bei der Bekämpfung von Nuklearschmuggel geleistet.
* Dies hat auch dazu beigetragen, daß ein wichtiger Teil der

internationalen Kontrolltätigkeiten wie das Reinstraumlabor
der IAEA oder das zentrale ONTBT-Meßlabor in Österreich angesiedelt wurde.

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