"Gewerbeverein: Schlögl sieht in jedem Österreicher einen potentiellen Verbrecher"

Wien (OTS) - Eine merkwürdige Aussage tätigte der Innenminister im gestrigen ORF-Report: Sinngemäß meinte er, zur Verbrechensbekämpfung wäre es sehr erstrebenswert, wenn möglichst viele Österreicher ihren DNA-Fingerprint bei den Sicherheitsbehörden gespeichert hätten.

Diese Aussage ist ungeheuerlich - so der Österreichische Gewerbeverein in einer Aussendung: Sie geht davon aus, daß generell jede Österreicherin und jeder Österreicher potentielle Verbrecher sind. Hier ist offensichtlich kriminalistische Übereifrigheit das Motiv. Die Experten - sattsam in diesem Land bekannt - haben wieder einmal zugeschlagen.

* DNA-Analysen gibt es seit Jahrzehnten, sie haben sich weder in der Kriminalistik, noch in der Medizin als Wundermittel entpuppt. Daß man im Innenministerium erfreut ist, diese Technik jetzt endlich zu beherrschen, ist nicht gerade ein Ruhmesblatt.

* DNA-Analysen geben keine hundertprozentige Sicherheit

* DNA-Analysen kosten verhältnismäßig viel Geld

* Nicht jeder Verbrecher gibt bei Tatausübung seinen DNA-Fingerprint ab.

Abgesehen davon ist es für einen unbescholtenen Österreicher - wie bereits angeführt - eine Zumutung vom obersten Sicherheitsschützer des Landes für einen potentiellen Verbrecher gehalten zu werden. Es darf nicht sein, daß - nur um die Spielkiste der Kriminalisten mit Daten zu füllen - die Würde des Staatsbürgers auf der Strecke bleibt. Und das um so mehr, als das Füllen dieser DNA-Datenbank deren Steuergelder unverhältnismäßig hoch belastet, ohne zu einer signifikanten Sicherheitssteigerung in Österreich beizutragen.

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