Vorausmeldungen zu Gewinn-Ausgabe 9/98

Wien (OTS) - Konkrete Auswege, um der drohenden Steuerreform zu entkommen Spekulationssteuer, Aufhebung der Anonymität der Sparbücher, Pensionsvorsorge, das richtige Vererben von Immobilien, die Anhebungder Grundsteuer und das Schrumpfen der Wohnbauförderung -der drohenden Steuerfalle durch die kommende Steuerreform zu entkommen wird nur dann gelingen, wenn bereits jetzt die Weichen dafür gestellt werden, berichtet das Wirtschaftsmagazin GEWINN in der September-Coverstory und stellt Anleitungen vor, wie man dem Fiskus ein Schnippchen schlagen kann.

Wie etwa folgendes: Wer ein Sparbuch mit einer Million Schilling seiner Nichte schenkt, läßt sie dafür satte 20 Prozent oder 200.000Schilling Schenkungsteuer zahlen. Wer ihr mit diesem Sparbuch hilft, eine Wohnungzu kaufen, kann die Schenkungsteuer wahrscheinlich auf rund 7.000 Schilling senken.

Einige Tips bei Aktien und Wertpapieren
- Wer auf Nummer Sicher geht, wechselt in komplett endbesteuerte, dafür niedrig verzinste Geldanlagen. Inländische Anleihenfonds, Euro-Anleihen oder inländische Aktien sollten von anderen Steuer-"Hämmern" relativwenig abbekommen.

- Betriebliche Pensionsversicherung bald abfinden lassen: Wer sich eine betriebliche Pensionsversicherung vor seinem Pensionsalter abfindenlassen will, sollte das möglichst früh, spätestens 1999 tun. Denn diese Ausnahme wird die Steuerreform sicher nicht überleben.

- Wie Schwarz rausgeht und Weiß reinkommt: Etwa durch den Kauf einer Sanierungsvilla, in die langsam investiert wird und die frühestens nach Ablauf der Spekulationsfrist wieder verkauft wird. Oder das neue Wertpapierkonto bei einer anderen Bank, wo man hochoffiziell aus der Haushaltskasse beginnt, (endbesteuerte) Wertpapiere anzuschaffen. Der Wertzuwachs in dem einen wie im anderen Fall muß nur erklärbarsein. Einige Tips bei Häusern, Wohnungen und Grundstücken:

- Nutzen Sie die heutigen Sonderausgaben aus. Die Empfehlung gilt vorallem für Bezieher von Jahresbruttoeinkommen von 300.000 bis 500.000 Schilling für die Wohnraumschaffenden.

- Immobilie samt Finanzierung schenken: Man kauft eine Immobilie und gibt im Kaufvertrag das Sparbuch (das einem beispielsweise die Eltern schon längst vermachen wollten) als Finanzierung dafür an. Dadurch ist nicht das Guthaben auf dem Sparbuch, sondern der Einheitswert der Immobilie die Basisfür die Berechnung der Schenkungsteuer. Die Differenz kann das Zehnfacheausmachen!

Zinsunterschiede von bis zu über fünf Prozent bei Jugend- und Studentenkonten

Konditionen studieren gilt besonders für Jugendliche, Lehrlinge und Studenten bei der Auswahl ihres neuen Girokontos. Wie das Wirtschaftsmagazin GEWINN in seiner neuesten Ausgabe erhob, gibt es deutliche Unterschiede in den Konditionen der heimischen Banken. Besonders bei den Überziehungszinsen, wo es Unterschiede von über fünf Prozent auf dem Markt gibt. Zwischen 8,25 (Oberbank) und 13,8 Prozent (Dornbirner Sparkasse) kostet es, wenn manam Konto ins Minus rutscht. Guthaben werden bei einer Vielzahl von Geldinstituten mit 1,5 bis 3,3 Prozent (Oberbank) verzinst. Unterschiede gibt es auch bei der Vergabe von Kreditkarten. Während die BAWAG für keine der genannten Zielgruppen Kreditkarten anbietet (dafür kostenlose Bankomatkarte), vergeben sie die Österreichischen Volksbanken um 250 Schilling pro Jahr. Sonderkonditionen für Studenten gibt es auch beim Kredit. Um sechs bis sieben Prozent gibt es im ersten Studienabschnitt bereits bis zu 30.000 Schilling, bei fortschreitendem Studium bis zu 100.000 Schilling. Für Wohnungszwecke gibt es bei der Creditanstalt sogar das Doppelte.

Bis zu rund 40 Prozent Ersparnis bei Telefonkosten

Das Wirtschaftsmagazin GEWINN veröffentlicht in der September-Ausgabe, wie es um die neue Telefonlandschaft wirklich bestellt ist. Anhand von PTA-Telefonrechnungen von Klein- und Mittelbetrieben wurde erstmals ein aussagekräftiger Praxisvergleich der neuen Telefonanbieter geschaffen. Das erfreuliche Ergebnis: Bis zu 40 Prozent, im Schnitt um 25 Prozentniedrigere Telefonkosten sind für Unternehmen allemal drin. Aber auch private Haushalte, Freiberufler und Kleinstunternehmen können es den Mittel-bis Großbetrieben teilweise nachmachen. Wobei immer noch bis zu 20 Prozent Ersparnis möglich sind. Die Einsparungen durch die neuen Anbieter im Vergleich zu einer PTA-Musterrechnung (Gesamtsumme für zwei Monate: 91.326,65 Schilling;davon zu 69 Prozent Ortsgespräche, zwölf Prozent Telefonate mitTeilnehmern aus ganz Österreich, wenig ins Ausland und auf Handys) ohne Änderungdes Telefonverhaltens bzw. etwaigen Anschaffungen:

  • Cybertron: 25 Prozent
  • Europaen Telecom: 25 Prozent, bei Einrichtung einer Standleitung 38 Prozent
  • Pegasus: 20 Prozent
  • TeleCom: bei Einrichtung einer Standleitung 31 Prozent
  • UTA: 22,1 Prozent

Wiens Büros sind im Europa-Vergleich - noch - spottbillig

Ein Büro in Wien kostet genausoviel wie in Istanbul. Prag und Budapest sind bis zu einem Drittel teurer. Doch das wird sich bald ändern. Wer eineneue Firmenadresse sucht, sollte daher rasch zugreifen. Zu diesem Schlußkommt das Wirtschaftsmagazin GEWINN, das die Mietpreise für Büros in Europa aufgrund von Maklerpreisen genauer unter die Lupe genommen hat. Ganz vorne an der Spitze der teuersten Adressen liegt Kiew mit 944 Schilling Miete pro Quadratmeter, dicht gefolgt von London mir 886 Schilling. Den dritten Rang belegt Moskau, wo der Quadratmeter um 778 Schilling zu haben ist. Wien liegt mit 273 Schilling an 14. Stelle, ex aequo mit Istanbul, gefolgt von Mailand (265 Schilling). In Paris haben sich die Preise nach Abstürzen von bis zu 30 Prozent erholt und ziehen wieder an (513 Schilling). Bei Prag (381 Schilling) und Budapest (331 Schilling) wird allgemein mit einem Sinkender Preise gerechnet.

Die Top 50 der österreichischen Kunstszene:

Arnulf Rainer vor Maria Lassing und Franz West

Arnulf Rainer führt auch heuer wieder die exklusive GEWINN-Ranglisteder Top 50 der heimischen Kunstszene an. Die Rangliste, die mit Hilfe von einflußreichen Sammlern und Experten des Landes erstellt wurde, ist mittlerweile wohl eine der aussagekräftigsten über den wahren Marktwert österreichischer Künstler geworden. Abgefragt wurden sowohl die künstlerische Bedeutung, der kommerzielle Erfolg eines Künstlers,aber auch die Tendenz, wie sich die Preise wohl entwickeln werden. Dabei an der Spitze: der 1929 geborene Maler Arnulf Rainer, dessen aktuelle großformatige Werke einen Handelswert von im Schnitt zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Schilling besitzen. Den zweiten Platz belegt Maria Lassing, bei der die Expertenjury für heuer mit einer kommerziellen Steigerung rechnen.Die im Handel durchschnittlich erzielten Preise (Großformate) liegen zwischen 600.000 und einer Million Schilling. Das Trio wird von Franz West komplettiert, für dessen großformatige Skulpturen bis zu 800.000 Schilling im Handel gezahlt werden. Starke Tendenz nach oben sowohl bei der künstlerischen Bedeutung als auch beim kommerziellen Erfolg weisen Gerwald Rockenschaub (Raumkunst,Malerei), der derzeit auf Rang zwölf liegt, Elke Krystufek (Fotografie,Collage, Rang 15), wieder einmal Alfred Hrdlicka (Skulptur, Grafik, Rang 24), Eva Schlegel (Objektkunst, Rang 28) sowie Jakob Gasteiger (Malerei, Rang 48) auf.

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