Standort Steyr für Magna-Konzern nur lästiger Ballast?

GLB verlangt Klarheit über Zukunft der SAT

Wien (OTS) - Angesichts der Verunsicherung der Beschäftigten der Steyr-Antriebstechnik (SAT) verlangt der Sekretär des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Robert Käferböck, vom Vorstand sowie vom Magna-Konzern als neuem Eigentümer der Steyr-Daimler-Puch AG endlich die Karten über die Zukunft der SAT auf den Tisch zu legen und der Belegschaft in Steyr reinen Wein einzuschenken.

Während im Frühjahr 1998 die Aufträge für die SAT nur mit Überstunden bewältigt werden konnten, ist jetzt die Arbeit knapp geworden. Neben dem Abbau des Leasing-Personals und einem Überstundenstopp wird ein Abbau von Alturlauben angeordnet. Und im Montagebereich wird als Folgewirkung von Problemen eines Hauptabnehmers sogar von Kurzarbeit gesprochen.

Im Zusammenhang mit den Absichten, die SAT zu verkaufen, sieht sich der GLB-Betriebsrat im Steyrer Werk Franz Bernegger in seiner Skepsis bestätigt. Demgegenüber scheint die sozialdemokratische Betriebsratsmehrheit den von der SPÖ-Spitze durch Ex-Kanzler Franz Vranitzky und Bank-Austria-Chef Gerhard Randa im Einvernehmen mit Bundeskanzler Viktor Klima eingefädelten Magna-Deal mit allen Auswirkungen aus parteipolitischer Räson mittragen zu müssen.

Nach Informationen des GLB hat SDP-Vorstandsdirektor Koch dem SAT-Management deutlich gemacht, daß die Steyr-Antriebstechnik nicht ins Konzept von Magna paßt. Der kanadische Multi war offensichtlich von Anfang an letztlich nur am Standort Graz interessiert, wo entsprechende Investitionen getätigt werden.

Seit einiger Zeit werden Verhandlungen über den Verkauf geführt, wobei neben dem US-Konzern Case mit der ehemaligen Steyr-Landmaschinentechnik am Standort in Sankt Valentin, die Zahnradfabrik Passau (ZF) sowie zwei weitere Firmen als Interessenten gelten. Dabei ist zu befürchten, daß ein Verkauf der SAT für einige dieser Interessenten nur zur Marktbereinigung gilt, da ZF selber Aufträge sucht und Case über ein eigenes Getriebezulieferwerk in Frankreich verfügt. Als höchst bedenklich bewertet der GLB auch Überlegungen den Sektor Entwicklung der SAT zu verselbständigen, weil damit dem Unternehmen der entscheidende innovative Bereich entzogen würde.

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Gewerkschaftlicher Linksblock (GLB),
Robert Käferböck,
Tel.: 01-718 26 23/13

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