Japan-Export von Finanzkrise stark beeinträchtigt

Weiterhin Erfolge in Nischen - Forcierte Rationalisierung der japanischen Industrie bringt neue Chancen

Wien (PWK) - Österreichs Exporte nach Japan haben infolge der japanischen Wirtschaftsrezession und der Finanzkrise starke Einbrüche erlitten, meldet Handelsdelegierter Wolfgang Penzias aus Tokio. In den ersten fünf Monaten 1998 war laut ÖSTAT ein Rückgang von 27 Prozent zu verzeichnen. Im zweiten Halbjahr zeichnet sich allerdings schon eine leichte Besserung ab. Für das Gesamtjahr 1998 rechnet Penzias mit einem Exportrückgang von mindestens 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (1997 betrugen Österreichs Japan-Exporte neun Mrd S -die Importe lagen bei 17 Mrd S). ****

Am auffälligsten sind die Exporteinbrüche bei Holz, Kraftfahrzeugen und einigen Positionen im Maschinen- und Anlagenbau. In einigen Bereichen erzielen österreichische Firmen aber weiterhin bemerkenswerte Erfolge, insbesondere bei technologisch hochwertigen Produkten (Halbleiter, Haushaltsgeräte) und gehobenen Konsumgütern (Glas, Porzellan, Bekleidung).

Die japanische Industrie (insbesondere Automobilbau, Pharmazeutika, Elektronik) ist von der Rezession stark getroffen, so Penzias. Die Rationalisierung der Industrieproduktion sei daher auch das beherrschende Thema der japanischen Wirtschaftspolitik. Daraus könnten sich (zusammen mit der fortschreitenden Deregulierung der japanischen Wirtschaft) interessante neue Chancen für österreichische Unternehmen ergeben. Auch dürfe nicht vergessen werden, daß Japan als eine der größten Wirtschaftsnationen der Welt nach wie vor ein wichtiger Absatzmarkt für Konsumgüter bleibt.

Die Einschätzungen über das Ausmaß der japanischen Wirtschaftskrise gehen weit auseinander, erklärt Penzias. Die Regierung erwarte für 1998 ein Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent. Private Wirtschaftsforscher und Banken seien aber wesentlich skeptischer. Das Programm, mit dem die Regierung die Konjunktur ankurbeln will, soll im zweiten Halbjahr 1998 Wirkung zeigen.

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Mag. Hubert Astegher

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