Gewerbeverein: Mindestlohn-Poker - gefährlich für Arbeitsmarkt

Wien (OTS) - GPA-Gehaltsverhandler Laichmann konzentriert sich bei den herbstlichen Kollektivvertragsverhandlungen wieder einmal mehr auf die stärkere Anhebung der Mindestlöhne. Eine gefährliche Drohung in der gegenwärtigen Situation - so der Österreichische Gewerbeverein in einer Aussendung.

Es ist ein altes lohnpolitisches Dogma: Je schlechter jemand ausgebildet ist, desto mehr erweist sich ein Mindestlohn als Beschäftigungsschranke. Je geringer die Stundenproduktivität in einer Branche ist - und die hängt direkt mit der Ausbildung zusammen, desto gefährlicher ist ein Mindestlohn generell und ein stärker angehobener speziell.

Laichmann kann wählen:
* Will er einen hohen Mindestlohn, werden die Unternehmer zwangsweise menschliche Arbeitskraft wenn möglich durch Automatisation ersetzen. Das ist irreversibel. Dann haben die Schützlinge Laichmann's ihren Mindestlohn über das Arbeitsmarktservice ausbezahlt. Oder will er

* dem Umstand Rechnung tragen, daß die Stundenproduktivität Österreichs noch weit unter jener Deutschlands liegt; dann sollte er die Finger von einem höheren Mindestlohn lassen.

Laichmann verwechselt zweifelsohne gewollt darüberhinaus noch Äpfel mit Birnen: Natürlich gibt es Kollektivverträge mit Soll-Löhnen von 15.000,-. Das ist aber am Anfang der Skala. Dort wo Laichmann verhandelt - für die Industrieangestellten gibt es ja noch immer das Relikt des Biennalsprunges, eine Einrichtung, die man nirgends sonst wo in der Welt antrifft. Dieser Biennalsprung sorgt sehr rasch dafür, daß Mindestlöhne in schwindelerregende Höhen getrieben werden.

Also Vorsicht Herr Laichmann mit unüberlegten Forderungen - die Wirtschaft hat sich zwischenzeitlich globalisiert - auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen.

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