Das Come-back des Iran als wichtiger Wirtschaftspartner

Präsident Maderthaner mit Wirtschaftsmission nach Teheran - Gleichzeitig Kfz-Zulieferseminar - WIFI-Messestand überbucht

Wien (PWK) - Wirtschaftskammerpräsident Leopold Maderthaner reist am 5. September an der Spitze einer Wirtschaftsmission von 32 österreichischen Firmen nach Teheran. In Gesprächen mit iranischen Regierungs- und Wirtschaftsvertretern wird Maderthaner die Möglichkeiten einer Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und dem Iran erörtern. Gleichzeitig mit der Wirtschaftsmission organisiert die WKÖ in Teheran (auf besonderen iranischen Wunsch) auch ein Kfz-Zulieferseminar, bei dem 15 österreichische Firmen ihr Produktionsprogramm präsentieren werden. ****

Die staatliche iranische Automobilindustrie (sie ist die größte im Nahen Osten) wird derzeit kräftig ausgebaut und hat großen Bedarf an der Hereinnahme von Know How und Produktionslizenzen.

Das "Come-back" des Iran als wichtiger Wirtschaftspartner läßt sich auch an dem starken Firmeninteresse an der Internationalen Messe Teheran (2. bis 9. Oktober) erkennen. Der Gruppenstand des Wirtschaftsförderungsinstitutes ist mit 40 Anmeldungen erstmals seit Jahren überbucht.

Der Iran ist ein traditionell wichtiger Markt für Österreich, erklärt Handelsdelegierter Oskar Smrzka in seinem jüngsten Wirtschaftsbericht. Die guten Beziehungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur reichen bis in das vorige Jahrhundert zurück. In den letzten Jahren war die Entwicklung des bilateralen Außenhandels wechselvoll.

Einen Höhepunkt erreichten die österreichischen Iran-Exporte im Jahr 1991 mit 4,4 Mrd S, so Smrzka. Der Iran war damals unser drittwichtigster Absatzmarkt außerhalb Europas (hinter den USA und Japan). Liquiditätsprobleme (wesentlich verursacht durch den Verfall des Erdölpreises) führten jedoch bald darauf zu Umschuldungen sowie zu Devisen- und Importbeschränkungen. Die Folge davon war ein drastischer Rückgang der gesamten iranischen Importe - auch jener aus Österreich, die 1995 auf 1,7 Mrd S zurückfielen.

Pünktliche Rückzahlungen aus den Umschuldungsvereinbarungen (Österreich war eines der ersten Länder, mit denen eine derartige Vereinbarung abgeschlossen wurde) veranlaßten die Österreichische Kontrollbank und die Kommerzbanken wieder langfristige Exportkreditfinanzierungen aufzunehmen und Kreditlinien einzuräumen (Smrzka).

Im Jahr 1997 erreichten die österreichischen Exporte in den Iran wieder die beachtliche Höhe von 3,3 Mrd S. Der neuerliche Verfall des Erdölpreises Ende vorigen Jahres führte jedoch wieder zu massiven Budgetkürzungen und Devisensparmaßnahmen der Regierung, von denen auch österreichische Projekte vorübergehend getroffen wurden. In den ersten fünf Monaten 1998 kam es zu einem Rückgang unserer Exporte um 25 Prozent.

Österreichische Unternehmen haben in den letzten Jahren einen wesentlichen Beitrag zum Ausbau des Energiesektors und des Eisenbahnnetzes im Iran geleistet, hebt Smrzka hervor. Für Österreichs Wirtschaft interessant sind auch die Industriebereiche Metallurgie, Stahl, Papier, Petrochemie, Erdöl- und Ergas, ferner Kunststoffverarbeitung und Industriezulieferungen.

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Dr. Gerhard Kernthaler

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