Seibersdorf-Studie belegt:Standort beeinflusst Profitabilität österreichischer Industriebetriebe deutlich!

Kapitalprofitabilität im Bezirk Wels-Land 20%, im Bezirk Leoben 1% - Viele Unternehmen können "hausgemachten" Produktivitätsvorsprung in höhere Profitabilität ummünzen

Wien (OTS) - Zwischen dem Standort von Produktionsbetrieben und ihrem wirtschaftlichen Erfolg - gemessen anhand der Kapitalrentabilität (Bruttogewinn vor Steuern in % des eingesetzten Eigen- und Fremdkapitals) - besteht ein deutlicher Zusammenhang. Dies erklärte Dr. Christian Rammer von den Austrian Research Centers (Österr. Forschungszentrum Seibersdorf) anläßlich der Präsentation einer entsprechenden Studie vor dem ERSA "98 Kongreß (European Regional Science Association) heute in Wien. Ebenfalls untersucht wurde in dieser Studie, auf welche Faktoren räumliche Unterschiede im Unternehmenserfolg zurückgeführt werden können.

Dr. Rammer zeigte auf, daß sich für den Untersuchungszeitraum 1972 bis 1992 deutliche, ja dramatische regionale Unterschiede in der Profitabilität der österreichischen Industriebetriebe zeigen.Über die Zeit erweisen sich diese Unterschiede auch weitgehend als stabil. So weisen die Betriebe in den Bezirken Wels-Land und Schwaz im Durchschnitt von 1972 bis 1992 eine Kapitalprofitabilität von fast 20% auf, während die Betriebe im Bezirk Jennersdorf gerade einmal auf 1% kommen, jene im Bezirk Leoben sogar im Durchschnitt aller
21 Jahre einen Verlust schrieben (Kapitalrentabilität -1 %). Die durchschnittliche Kapitalrentabilität in der österreichischen Industrie beträgt rund 6 %.

Eine Analyse der Einflußfaktoren von regionalen Profitabilitätsunterschieden ergab, daß von den direkten Standortfaktoren lediglich Agglomerationseffekte (das sind verschiedene Kosten- und Absatzvorteile von urbanen oder stadtnahen Standorten) einen positiven Einfluß zeigen. Transportkosten sind, so Dr. Rammer, dagegen nicht signifikant.

Wesentlich höher ist allerdings der Einfluß der wirtschaftlichen Struktur einer Region. Darunter wird u.a. die Spezialisierung auf arbeits- oder kapitalintensive Produktionen, die Investitionsdynamik in einer Region, die Absatzbedingungen und Marktstrukturen sowie das Lohnniveau und der gewerkschaftliche Organisationsgrad verstanden. Den höchsten Einfluß auf regionale Unterschiede im Unternehmenserfolg üben jedoch unternehmensspezifische Effizienzvorteile aus. Damit bezeichnet man die Fähigkeit von Betrieben, unter den gegebenen standörtlichen Rahmenbedingungen ihre Produktion so effizient zu organisieren, daßsie aufgrund des daraus resultierenden Produktivitätsvorsprungs einehöhere Profitabilität zu erzielen imstande sind.

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Dr. Christian Rammer,

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