ÖVP-WIEN GEGEN STAATLICHEN NACHHILFEUNTERRICHT

Strobl für wissenschaftliche Aufarbeitung von Schulversagen

Wien (ÖVP-Klub) - Das Öffnen von Schulen in den Ferienzeiten, um dort durch sonst
zwischendurch arbeitslose Junglehrer Nachhilfeunterricht
anzubieten, sei der falsche Weg, mit schulischen Problemen fertigzuwerden. Es gehe nicht darum, den Nachhilfeunterricht billiger oder gar staatlich-gratis zu organisieren, sondern das Übel an der Wurzel zu bekämpfen, zeigte sich der Wiener ÖVP-Bildungssprecher, LAbg Walter Strobl, skeptisch gegenüber zuletzt in den Medien wiedergegebenen Überlegungen zum Abbau des Nachhilfemarktes. "Es klingt zwar gut, wenn man meint, die Schule müsse selber Nachhilfe geben. Leider blieben alle diese Vorschläge aber ohne die notwendigen Hinweise, wie das finanziert werden
soll." *****

Strobl ortet das Problem in mehreren Bereichen der des
Schulsystems: "Wir haben in Wien eine ganz extrem freie Wahlmöglichkeit der Schultypen. Das ist gut so. Doch müssen wir alle Eltern und Schüler besser aufklären, was den Begabungs- und Interessensmöglichkeiten der einzelnen Kinder am besten
entspricht. Ich orte hier große Defizite. Eltern sind zu wenig aufgeklärt über sinnvolle Schullaufbahnen. Viele Schüler sitzen daher in den für sie nicht optimal geeigneten Schultypen. In Wien gehen in einzelnen Bezirken bis zu 83% eines Schülerjahrganges in die AHS-Unterstufe. Die drop-out-Rate beträgt bis zu 65 % .Diese Tatsache wird in Wien gerne politisch dazu genützt, um Ideologie
zu verkaufen. So meinen SPÖ, LIF und Grüne, das Heil sei in einer flächendeckenden Gesamtschule aller 10-14-Jährigen zu suchen."

Alle internationalen Beispiele allerdings zeigen, daß die weniger differenzierte Schule, also die Einheitsschule, kein geeigneter
Weg ist, um den sozialen und leistungsmäßig Ansprüchen zu genügen. Die ÖVP lehnt diese Einheitsschule daher ab. Entscheiden darüber sollen allerdings die Eltern und Schüler. Daher tue offene und ehrliche Aufklärung not, unterstrich Strobl. Weiters sei zu untersuchen, wie weit Schule bestimmte Grundfertigkeiten
methodisch ausreichend modern, aber leistungsorientiert
vermittelt. Strobl ortet in der "Kuschelpädagogik" früherer Zeiten eine Ursache für späteres Schulversagen bzw. spätere Schulprobleme.

All diese Fragen seien wissenschaftlich zu klären. Er werde daher sowohl im Kollegium des Stadtschulrates als auch direkt beim Unterrichtsministerium einen einschlägigen Vorschlag einbringen. Erst anhand einer solchen Studie sollten dann Überlegungen für Verbesserungen und Reformen ausgearbeitet werden, schloß Strobl.

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