AK-Test: Haltbarkeitsangaben bei vorgeschnittener Wurst und vorverpackten Salaten unrealistisch

Fast die Hälfte der untersuchten Ware war verdorben - AK fordert praxisgerechte Haltbarkeitsfristen

Wien (OTS) - Wurst darf dem Konsumenten nicht Wurst sein. Diese Erkenntnis förderte ein Test der
Lebensmitteluntersuchungsanstalt der Stadt Wien im Auftrag der AK zu Tage: 36 Prozent aller
untersuchten aufgeschnittenen und offen verkauften Wurstwaren war auch bei guter Lagerung bereits am
Tag nach dem Einkauf verdorben. Vorsicht auch bei vorverpackter, aufgeschnittener Wurst. Gerne zwecks
längerer Lagerung im Haushalt gekauft, waren sogar 47 Prozent der Proben am Ablauftag verdorben. Ein
unbedenkliches "Mahlzeit" gibt es auch nicht für Liebhaber von Fertigsalaten. Am Ablauftag mußten 45
Prozent der Proben beanstandet werden. Die gute Nachricht:
Gesundheitsschädliche Keime konnten nur in
wenigen Einzelfällen nachgewiesen werden.****

Mangelnde Hygiene
Im Frühjahr dieses Jahres wurden in einer Reihe von Seelachskonserven pathogene Keime (Listerien)
nachgewiesen, die Ware beschlagnahmt und vor dem Genuß bestimmter Lieferungen durch das
Bundesministerium gewarnt. Listerien können insbesondere bei Schwangeren und Menschen mit
geschwächter Immunabwehr sehr problematisch sein. Aus Sicht der AK waren daher auch solche Produkte -
wie Wurst oder Fertigsalate - auf diese Keime hin zu untersuchen, die vor dem Verzehr keiner weiteren
Hitzebehandlung unterzogen werden. Gesucht aber nicht gefunden wurden solche gesundheitsschädlichen
Keime bei verpackter Aufschnittwurst und Fertigsalaten. Bei vorgeschnittener offener Wurst mußten die
Prüfer allerdings bei drei von 25 Proben auf Gesundheitsschädlichkeit aufgrund des Nachweises dieser
Keime entscheiden. Die Keimzahlen waren mit unter 10 je Gramm allerdings gering. Grund für das
Vorkommen ist zumeist mangelnde Hygiene.

Realistische Haltbarkeitsangaben gefordert
Weitaus schlechter sind die Ergebnisse der Untersuchung der Produkte auf Genußtauglichkeit. Am
angegebenen Ablaufdatum waren nur 53 Prozent der vorverpackten Wurtsproben und 55 Prozent der
vorverpackten Salatproben einwandfrei. Fast die Hälfte aller Proben mußte daher von den Prüfern als
verdorben beanstandet werden. Bei der offenen, vorgeschnittenen Wurst waren es 36 Prozent. Daraus
resultiert: Die Haltbarkeitsangaben bei den vorverpackten Waren sind offensichtlich nach wie vor zu
lange bemessen und sollten von den Herstellern bzw Verpackern auf ein realistisches Maß reduziert
werden. Bei der offenen, vorgeschnittenen Wurst appelliert die AK an die Händler, die Wurstwaren nur
in mäßiger Menge zum Verkauf vorzubereiten, die dem zu erwartenden Bedarf entspricht. Den Käufern von
offener Wurst raten die AK-Konsumentschützer, sich jedenfalls die Wurst frisch schneiden zu lassen.
Vorverpackte Ware sollte so rasch wie möglich verzehrt werden, denn die Haltbarkeitsangaben halten
nicht immer das, was sie versprechen.

Die Untersuchung
Offene, vorgeschnittene Wurst:
Von 25 Proben in 11 Wiener Supermärkten und 7 Marktständen wurden 6 Produkte als verdorben (24
Prozent) und 3 Produkte (12 Prozent) infolge des Auftretens von Listerien als gesundheitsschädlich
beanstandet.
Vorverpackte aufgeschnittene Wurst:
Von 21 Produkten in 7 Wiener Supermärkten wurden wegen Verdorbenheit am Ablauftag 10 Produkte (fast
48 Prozent) beanstandet. Listerien wurden bei keinem Produkt nachgewiesen.
Die Untersuchungen der offenen Ware erfolgt jeweils am Tag nach dem Einkauf, die Proben wurden bis
zur Untersuchung bei 4 Grad Celsius gelagert. Die vorverpackten Waren wurden bei der vom Hersteller
oder Verpacker am Etikett empfohlenen Lagertemperatur bis zum Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums
gelagert.
Vorverpackte Salate:
Insgesamt wurden 13 vorverpackte Produkte in drei Wiener Supermärkten eingekauft. Bei weiteren fünf
Supermärkten wurden keine vorverpackten Produkte angeboten. Die Lagerung erfolgte jeweils bis zum
angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum (Tag der Untersuchung) bei der vorgesehenen Temperatur. Die
verbleibenden Haltbarkeitsfristen nach dem Einkauf betrugen zwischen 4 und 5 Tagen. 6 Produkte mußten
als verdorben eingestuft werden.

Untersuchungszeitraum: Juni

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