Umweltdachverband ÖGNU: Viel Kies statt bedrohter Natur in der Zwentendorfer Au

Bergbehördenallmacht setzt sich über Umweltverträglichkeits- prüfung hinweg

Wien (OTS) - "Der geplante Schotterabbau von 122 ha in der Zwentendorfer Au entwickelt sich immer mehr zu einem noch nie dagewesenen Raubbau an der Natur in Österreich ," so der Umweltdachverband. "Weil die Bergbehörde, sie agiert nicht nur als Behörde, sondern auch als "Quasi-Betreiber" ihr zerstörerisches Vorhaben mit einer Salamitaktik durchpressen will, umgeht sie die gesetzliche vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung, die ab zehn Hektar Schotterabbau zwingend vorgeschrieben ist."

Die Auen um Zwentendorf sind für ein Natura 2000 Schutzgebiet nominiert, das ist ein in Flora und Fauna wertvolles Naturreservat von europäischem Rang. Sämtliche Eingriffe, die das empfindliche Gefüge zerstören könnten, sind selbstverständlich untersagt und EU-widrig. Zudem wurden die Auen von BirdLife-Österreich zur Important Bird Area erklärt. "Doch es wäre nicht die Bergbehörde, würden ihr auch die Brutplätze von Seeadler oder Schwarzmilan völlig egal sein," sagt Dr. Gerhard Heiling-brunner, Präsident des Umweltdachverbandes ÖGNU.

"Selbst Metternich hätte nicht so agieren können," ärgert sich Heilingbrunner. "Die dafür nötigen Waffen der Bergbehörde als Staat im Staat sind Zwangsbewilligungen über die Köpfe der Betroffenen hinweg und Enteignungen. Passiert dann ein Unfall wie in Lassing, überprüft sich die Bergbehörde selbst und stellt sich einen Persilschein aus. Gewaltenteilung, wie sie seit der französischen Revolution selbstverständlich ist, kenntdie Bergbehörde nicht."

Für Rückfragen: Umweltdachverband ÖGNU, Ulrich Ahamer,

Tel. 01/40 113-21

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