Norwegen bleibt trotz Kronenfloating wichtiger Markt

Wirtschaftswachstum nach wie vor eines der höchsten in Europa Großteil der österreichischen Exporte Investitionsgüter

Wien (PWK) - Die Anfang der Woche beschlossene Freigabe der norwegischen Krone die wird sich aller Voraussicht nach nur auf etwa ein Drittel der österreichischen Norwegenexporte (1997: insgesamt vier Mrd.S) auswirken, glaubt Handelsdelegierter Robert Luck. Der überwiegende Teil der österreichischen Ausfuhren betrifft Investitionsgüter (Maschinen, Hebe- und Fördereinrichtungen, Eisen-und Stahlkontruktionen, Schienen) mit langfristigen Lieferverträgen. ****

Norwegen kann diese Produkte nicht durch eigene Erzeugung substituieren und wird sie daher weiterhin importieren müssen, so Luck. Da die Kronenabwertung alle internationalen Anbieter gleichermaßen trifft, sei für Österreich in diesem Bereich kein Marktverlust zu erwarten.

Die Exporteure von Kosumwaren, hauptsächlich Sportartikel, Bekleidung (Nahrungsmittel werden in das Nicht-EU-Land Norwegen kaum geliefert)

werden hingegen die Kronenfreigabe zweifellos zu spüren bekommen. "Der norwegische Konsument reagiert auf Preiserhöhungen sehr sensibel" (Luck).

Auf längere Sicht werde sich aber auch dieser Sektor erholen. Nicht nur weil die österreichischen Exporteure gewöhnt sind, sich auf neue Situationen einzustellen, sondern vor allem auch weil Norwegen nach wie vor ein aufnahmefähiger Wachstumsmarkt bleibt, so Luck.

Das für 1998 prognostizierte Wirtschaftswachstum von vier Prozent sei infolge der jüngsten Entwicklung lediglich um einen halben Prozentpunkt nach unten revidiert worden. "Damit liegt Norwegen immer noch unter den Ländern Europas mit dem höchsten Wirtschaftswachstum".

Norwegen bleibe daher auch - aufgrund der Überschaubarkeit des Marktes und der Österreich ähnlichen Unternehmensstruktur - ein "idealer Markt für Exporteinsteiger". Für April 1999 ist eine WKÖ-Wirtschaftsmission für Erstkontakte nach Oslo geplant.

Die norwegische Offshore Industrie, die mit 25 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt des Landes beiträgt, zeigt keine besondere Besorgnis über die Kronenfreigabe, bemerkt Luck, der sich gegenwärtig auf der "Offshore-Northern Seas" in Stavanger aufhält. Die Offshore-Industrie plant langfristig, meist über mehrere Jahre hinweg und werde daher von kurzfristigen Konkunktur- und Wärhungsschankungen nicht stark berührt.

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Dkfm Heinrich Baminger

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