Vorausmeldung zu NEWS Nr. 35/98 vom 27. August 1998 Zwtl.: Nazigold

US-Anwalt Fagan kündigt weitere Klagen an

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem am Donnerstag
erscheinenden Nachrichtenmagazin NEWS kündigt der amerikanische Anwalt Ed Fagen, der tausende Holocaust-Opfer vertritt, weitere Klagen gegen österreichische Unternehmen an: "Neben der CA sind es die Länderbank und die Mercurbank. Am Versicherungssektor sind es vor allem Anker und Wiener Allianz. Aber auch jene Unternehmen, die sich durch Zwangsarbeit bereichert haben, könnten mit einer Klage konfrontiert werden. "Die Gesamtsumme der Klagen, so Fagan "läßt sich noch nicht festlegen, aber sie liegt sicher in astronomischer Höhe. Man würde sich sebstverständlich auf eine ganz andere Summe einigen, wenn die Gespräche rasch beginnen und die Bücher offen gelegt werden."

Laut Fagan hätten sich die österreichischen Unternehmen bisher nicht kooperativ verhalten: "Seit die CA vor drei Wochen erstmals ins Gerede gekommen ist, bemühe ich mich um einen Dialog. Erst vergangenen Freitag ist ein Brief von mir in der CA eingelangt, wo ich um ein klärendes Gespräch bitte." Und: "Mich stört, daß manche Unternehmen harnäckig vertuschen wollen, was sowieso ans Tageslicht gelangt." Generell gehe es Fagan nicht nur um Goldgeschäfte, sondern auch "um die Arisierung, die Enteignung von Geschäften, von Bankkonten, etc."

Zur Lösung der offenen Ansprüche schlägt Fagan zunächst die Anerkennung der Forderungen und anschließend die Einrichtung eines Privatfonds vor. "Ich plädiere an die österreichische Regierung sich aus den Verhandlungen herauszuhalten. Wir haben an der Schweiz gesehen, daß es nur mehr Schwierigkeiten bringt, wenn der Staat sich einschaltet."

Haban Mord =

Verdächtiger hat Alibi

Wie das morgen, Donnerstag, erscheinende Nachrichtenmagazin NEWS meldet, dürfte der bisherige Hauptverdächtige für den Mord am Wiener Juwelier Siegfried Goluch, der russische Staatsbürger Vladimir Gurchenkov, unschuldig sein.

Ernst Geiger, der Chef des Wiener Sicherheitsbüros sagt gegenüber NEWS, das von Gurchenkov angebotene Alibi sei in München überprüft worden: "Es wurde von mehreren Kellnern und Hotelangestellten im Münchner Hotel Sheraton bestätigt."

Die vermeintliche Identifizierung des Verdächtigen auf einem Foto durch eine Augenzeugin sei überdies vermutlich kein Indiz mehr. Zum Zeitpunkt der Tat sah Gurchenkov nämlich ganz anders aus als auf dem der Zeugin vorgelegten, alten Foto. Schon am Montag nächster Woche werden die Fahnder und die zuständige Staatsanwältin nach Moskau reisen um Gurchenkov zu treffen und eindeutig zu identifizieren. Sollte sich sein Aussehen tatsächlich vom Fahndungsfoto unterscheiden, käme er, so Geiger "für die Tat kaum in Frage".

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